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  Das Gelbe Haus in Wörlitz    
     


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Goldstrasse 25
Klopstock-Gartenhaus
Das Gelbe Haus in Wörlitz
Schlossberg 11



Lange Gasse7
St.Stephanskirche
Bauschadensprojekt
 

Das so genannte Gelbe Haus ist eigentlich ein um einen Innenhof angeordneter Gebäudekomplex. Ein Wirtschaftsgebäude mit frühklassizistischer Fassadengestaltung liegt unmittelbar am Wörlitzer Markplatz und wurde in dessen historische Gestaltung einbezogen. Dieser Bau mit der Blendbogenarchitektur basiert auf Entwürfen von Erdmannsdorf.

Das untersuchte Gebäude erstreckt sich im rechten Winkel dazu als rechteckiger gelbfarbiger Bau entlang der Straße und belegt fast vollständig den westlichen Abschnitt der Kirchgasse. Die Bezeichnung „Gelbes Haus“ lässt sich bis in das dritte Viertel des 18. Jahrhunderts verfolgen. Davor war dieses Gebäude das Amtshaus.

In seiner Bauabfolge gliedert sich der zweigeschossige Bau in ein Hauptgebäude, nachfolgend auch Kernbau genannt, mit einfachem Satteldach sowie in Anbauten verschiedener Bauzeiten, von denen sich der westliche Kopfanbau vom Anfang des 20. Jahrhunderts aufgrund der eigenen Architektur abhebt.

Die Umfassungswände im Erdgeschoss des Kernbaus stammen fast vollständig aus der ersten Bauphase während das Obergeschoss wie auch das Dach in einer zweiten Bauphase nachträglich aufgesetzt wurden. Augenfällig ist die symmetrische Aufteilung der Fassadenwandfläche dieses Gebäudeteils.

Die im Innenraum erlebbaren Korbbögen der Fensteröffnungen wie auch die Korbbögen der Türeingänge in den Umfassungsmauern sind nach ihrer Steigung und Form das Resultat einer hochbarocken Bauweise und der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts zuzuordnen.

Im Erdgeschoss besteht der Fugenmörtel der Umfassungsmauern stets aus Lehm. Nur die letzte Steinlage vor dem oberen Mauerabschluss zur Decke hin ist wie die Ausfachungen im Obergeschoss mit Kalkmörtel ausgeführt. Dieser Befund bestätigt den Obergeschossausbau in einer zweiten Bauphase.

Ebenso entspricht die Raumaufteilung gerade im westlichen Eingangsbereich nicht der typischen Raumstruktur der Barockzeit. Die Fachwerkwände stoßen derart gedrängt an den straßenseitigen Eingang, dass auf den ersten Blick von einem nachträglichen Umbau ausgegangen werden muss.

Nach dem dendrochronologischen Protokoll sind das heute bestehende Fachwerk vom Obergeschoss aus Eichenholz und die Deckenbalken aus Kiefer aus der Schlagphase Winter (d)1759/1760. Überwiegend stammen die Wände im Erdgeschoss aus Eichenholz-Fachwerk aus der gleichen Zeit. Der Dachstuhl besteht aus Nadelholz Kiefer, weist einige sekundär verbaute Holzergänzungen auf und ist in seinem mehrheitlichen Bestand zeitlich dem Fachwerkabbund um (d) 1759/1760 zuzurechnen.

Restaurierung der historischen Türen – ein Arbeitsbericht

Die historischen Türen in dem Gartenhaus Dessau-Wörlitz wurden im Zeitraum von Juli 2007 bis Februar 2008 von den Fachkräften des Deutschen Fachwerkzentrums und den Teilnehmern des Freiwilligen Jahres in der Denkmalpflege, der Jugendbauhütte Quedlinburg, in Trägerschaft der Internationalen Jungendgemeinschaftsdienste restauriert.

Ziel der Restaurierungs- und Instandsetzungsarbeiten bestand zum Einen in der Wiederherstellung der historischen Substanz des Hauses in Teilabschnitten, in diesem Fall beginnend mit den historischen Türen, zum Anderen mit dem Heranführen von jungen Menschen an die Restaurierung historisch wertvoller Ausstattungsdetails.

Zu Beginn des Projektes wurde in Abstimmung mit dem Restaurator der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz die Türen ausgewählt, die ausgebaut und in die Werkstätten des Fachwerkzentrums gebracht werden sollten. Nach Ausbau und Transport begannen die ersten Instandsetzungsarbeiten unter Anleitung des Tischlers Rheinhold Reddig, mit fünf Teilnehmer der Jugendbauhütte Quedlinburg und zwei Lehrlingen des Deutschen Fachwerkzentrums. Die Koordination und Abstimmung zwischen dem Restaurator der Kulturstiftung, der freiberuflichen Restauratorin und den in den Werkstätten tätigen Jugendlichen mit ihrem Anleiter begleitete eine Architektin des Fachwerkzentrums. Im folgenden werden einzelne Türen von ihrem Weg von der Baustelle bis zur Restaurierung beschrieben.

Bei den instand gesetzten Türen handelt es sich unter anderem um eine zweiflüglige, eichene Hauseingangstür mit ovalem Oberlicht ohne Rahmen, die direkt am Mauerwerk anschlägt. Das Türblatt zeigte drei überschobene Füllungen (längsrechteckig, Mittelteil quadratisch), die Profilierung der Füllungleisten bildeten außenseitig ein Kehlstab mit Karnies und abgesetztem Falz

Das Oberlicht war nachträglich eingebaut worden bei vermutlich gleichzeitigem Abbruch des ehemaligen korbbogenförmigen Oberlichts (analog der anderen Hauseingangstür). Der weit auskragende Kämpfer der Tür war stark profiliert. Das Oberlicht hingegen ist als einfacher Kippflügel ausgeführt mit unten zwei halben Vorreibern auf Streichdraht zum Schließen. Der Blendrahmen des Oberlichtes war mit Bankeisen im Mauerwerk befestigt und die Verglasung ohne glasteilende Sprossen ausgeführt.

Die Beschläge der Tür bildeten wiederum S-Bänder auf Einschlagkloben, die in die Seitenwände eingeschlagen worden waren. Ein klassizistisches Kastenschloss mit geschwungenem Drückerstab und ovaler Griffplatte befand sich auf der Innenseite. Das andere Türblatt war mit einem einfachen Riegel (gebogene Flacheisen mit eingerollten Enden) ausgestattet, diese mit handgeschmiedeten Nägeln befestigt.

Die Tür besaß ebenfalls mehrere Anstriche, die oberste Schicht bildete ein brauner Ölfarbenanstrich. Das Holz der Füllungen war teilweise verwittert, seitlich und unten waren breite Spalten zum Mauerwerk und Schwelle entstanden. Auch bei dieser Tür wurden zunächst wiederum alle Farbschichten entfernt und die Fehlstellen des Türblattes ausgebessert. Nach dem Abschleifen erfolgte der Anstrich mit einer Lasur, die jedoch nach dem Trocknen unterschiedliche Farbnuancen aufzeigte. Daraufhin wurde die Tür nochmals geschliffen, mit den Zieheisen die dunklere Stellen abgezogen und anschließend mit einem von der Restauratorin angemischten Lasur mit Eichepigmenten gestrichen.



Innentüren

Die historischen Holzfüllungstüren der Innenräume aus Fichte mit eingenuteten oder gefälzten Füllungen sind mit Fitschenbändern oder aufgenagelten Flachbändern an die Türzarge befestigt. Nach Entfernen der alten Lackschichten wurden auch hier neue Holzteile in die fehlenden Stellen eingesetzt, anschließend die Flächen nachgehobelt und die Profile freigelegt. Die Türfutter wurden vor Ort instand gesetzt. In einem zweiwöchigen Kompaktseminar arbeitete der Tischler mit den jungen Menschen der Jugendbauhütte und den Lehrlingen die Türfutter auf. Auch hier erfolgte erst die Abnahme der Farbschichten nach Untersuchung der ebenfalls vor Ort anwesenden Restauratorin.

Eine der barocken Innentüren war besonders durch Nassfäule und Holzwürmer stark beschädigt. Das als Balkontür zweitverwendete Türblatt (das Schwellholz der Wand war für das Türfutter abgearbeitet worden) war infolge dessen häufig der Feuchtigkeit ausgesetzt. Die einflüglige gestemmte Rahmenfüllungstür mit Schlitz-Zapfen-Verbindung besaß zwei einseitig überschobene Füllungsfelder und wurde von den Lehrlingen des Fachwerkzentrums eigenständig restauriert. Die Füllungsfelder zeigten noch eine unebene Oberfläche der Handbearbeitung. Die Tür besaß zwei gusseiserne S-Bänder auf Einschlagkloben und zum Schließen ein Kastenschloss, wobei die Klinke aus Eisen aus der Mitte des 20.Jahrhunderts stammte. Ältere Fassungsebenen bildeten hellgrau, Holzimitat, hellocker, Holzimitat, Beige, weiß und als Sichtfassung hellgrün. Der Blendrahmen war mit leichter Rundung profiliert (unter Putz), im Raum 1.02 mit karniesähnlichem Profil und Rundstab.

Auch das Kastenschloss, das Türschild und die S-Bänder waren mit mehreren Farbschichten überfasst. Als erster Arbeitsschritt wurden die Beschläge, das Schloss und die Bänder abgenommen, beschriftet und in ihrer Lage kartiert. Nach Abnahme der Farbe mit Hilfe eines Heißluftföns und einem Spachtel mit geringer Stufe, um das Holz nicht anzubrennen, wurde die Tür mit einem 80er Schleifpapier behandelt. Die Profilierung an den Füllungsfeldern mit abgesetztem Viertelstab und wohnraumseitig am Futter mit Karnies und abgesetztem Falz wurde besonders vorsichtig gesäubert. Erst nach Abnahme der Farbe zeigte sich das vollständige Ausmaß der Schädigung, besonders die Schlitz-Zapfenverbindungen des Rahmenholzes waren an verschiedenen Stellen ausgebrochen sowie das Holz unterhalb des Kastenschlosses am Rahmen. Weiterhin waren die Nut der Füllungsfelder durch Nassfäule und Wurmfraß stark verwittert.

Anschließend begann die Zerlegung der Tür, dabei wurden die seitlichen Holznägel und Keile herausgelöst und gekennzeichnet. Der nächste Arbeitsschritt beinhaltete den Rückschnitt der beschädigten Holzbauteile. Erfolgte der Austausch der Rahmenhölzer wurden die Zapfenlöcher passend zu den alten Verbindungen eingezeichnet, gebohrt und gestemmt. Die Füllungen wiesen ebenfalls starke Schäden auf, nach dem Auftrennen und Ausschneiden der geschädigten Bereiche wurden hier neue Holzteile eingesetzt. Das neue Holz wurde unter Berücksichtigung der historischen Maße aufgeleimt und passgenau zugeschnitten. Die neu zusammengesetzte Füllung wurde schließlich zum Trocknen eingespannt. Anschließend wurden die Teile mit dem Hobel angepasst und die Füllungen mit der Tischfräse zur Einarbeitung der Nut bearbeitet.

Kleinere Fehlstellen erhielten eine Ausbesserung mit Kitt. Die Fehlstellen wurden zunächst angefeuchtet und schließlich der Kitt mit Schleifpapier geebnet. Nach der Zusammensetzung der Tür unter Verwendung der originalen Holznägel und dem anschließenden Verkeilen der Zapfenlöcher erfolgte der Feinschliff. Die Türen erhielten zunächst einen Voranstrich, die Beschläge wurden mit einem Rostschutzmittel und einem Lack behandelt.