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  Wipertikirche    
     


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St. Wiperti - Kirche und Krypta

Die Wipertikirche gehörte einst zum Königshof von Otto I. Während Heinrich I. - Ottos Vater - eine befestigte Burganlage auf dem heutigen Schlossberg errichten ließ, baute Otto den bestehenden Königshof im Tal zu einer Pfalz aus. Dieses Pfalzstift ist in den Quellen 961 beurkundet und war mit zwölf Klerikern besetzt. Eine ottonische Saalkirche konnte anhand der Fundamente 1955 unter dem heutigen Kirchengebäude nachgewiesen werden (Leopold). Wahrscheinlich diente dieser Bau als Pfalzkapelle und war dem hl. Wigbert und dem hl. Jakob geweiht.

Der derzeitige Kirchenbau darf im Wesentlichen als Bau der Prämonstratenser angesehen werden. Die Prämostratenser besiedelten von Stift Kappenberg aus etwa um die Mitte des 12. Jahrhunderts das Stift St. Wiperti. Unter Beibehaltung einiger Bau- und Raumteile des Vorgängerbaus entstand eine einfache dreischiffige Basilika mit geradem Ostabschluss. Die Krypta der Wipertikirche stammt aus ottonischer Zeit. Wahrscheinlich wurde sie im ersten Viertel des 11. Jahrhunderts in die Apsis des Sanktuarium der bestehenden ottonischen Saalkirche eingebaut (Leopold).



Die Krypta

Als weithin bekannter, einzigartiger Raum der Ottonenzeit ist die Krypta ein dreischiffiger tonnengewölbter Raum mit Umgang. Das Mittelschiff wird durch je drei Pfeiler im Wechsel mit zwei Säulen von den Seitenschiffen getrennt. Pfeiler und Säulen münden nach oben hin in einen Architrav, der als Auflager für die Tonnen dient. Im Umgang tragen auf einem Sockel stehende Säulchen Architrav und Tonnenwölbung. Beachtlich ist hier für die Zeit um 1000 die doppelte Raumwölbung - Apsis und Tonne des Umgangs. Außerdem sind die Reste einer Frescomalerei in der Apsiskalotte aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts direkt über dem Altar bemerkenswert.

Nach der Reformation diente St. Wiperti als evangelische Pfarrkirche. Von der einstigen barocken Ausstattung hat sich nichts erhalten. 1816 wurde die Kirche als Scheune umgebaut. Erst nach dem Krieg fand die Bedeutung von Krypta und Kirche entsprechende Würdigung. In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde St. Wiperti unter Mitwirkung von bekannten Künstlern wieder als Gottesdienstraum eingerichtet.



Arbeitsaufgaben

Seit längerem sind an den Wänden und im Deckenbereich der Krypta Konservierungs-arbeiten erforderlich. Für die anstehenden Arbeiten war eine Bestandskartierung notwendig, die als Vorbedingung für alle zukünftigen Schritte einer umfassenden Konservierung grundlegend ist. Das Bestandsaufmaß des Säulenumgangs wurde im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege und des Fördervereins vom Deutschen Fachwerkzentrum Quedlinburg e.V. geleistet. Diese Ansichtszeichnungen werden in Fortführung der Arbeiten in der Krypta zur Kartierung der Schäden genutzt. Das Projekt wurde gefördert vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, dem Europäischen Sozialfond und der Bundesagentur für Arbeit.