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12. Malerarbeiten – Beschichtung auf Holzbauteilen und Gefachputzen

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Unbehandelte Fachwerkhölzer sind bei Beachtung des konstruktiven Holzschutzes 1 und nicht zu starker Schlagregen- oder Schadstoffbelastung von Natur aus witterungsbeständig. Durch mäßige Bewitterung und UV-Strahlung entstanden bei unbehandeltem Fachwerk dunkelbraune bis mattsilberne Oberflächen. 2

Dennoch wurden auch in früheren Jahrhunderten Anstriche für Fachwerkhölzer, Fenster, Türen, Tore und Gefacheputze eingesetzt, denen vermutlich aber vorwiegend eine ästhetische Bedeutung zugeschrieben werden kann. Es standen nur wenige für den Farbanstrich geeignete Materialien zur Verfügung. Verwendet wurden meist dünnflüssige, z.T. pigmentierte Leinöllasuren; Fachwerkhölzer wurden mitunter auch mit Kalkfarben gestrichen. 3

Unter starkem UV-Einfluss und stetiger Feuchtebelastung kann Holz innerhalb weniger Jahre verwittern und dient in dieser Phase verstärkt holzschädigenden Pilzen, Insekten und Bakterien als Nahrungsquelle. Zum Schutz vor UV-Strahlung verwendet man eine nicht transparente Farbpigmentierung, welche die Eigenfarbe des Holzes überdeckt oder eine transparente Pigmentierung, die Helligkeitsunterschiede der Holzmaserung erkennen lässt.
Da bei einer über einen längeren Zeitraum anhaltenden Holzfeuchte von über 20 Masseprozent die Gefahr der Holzzerstörung besteht 4, kommt dem Feuchteschutz der Fachwerkhölzer eine besondere Bedeutung zu.
Insbesondere die innen liegenden und den Gefachen zugewandten Seiten der Fachwerkhölzer nehmen Feuchtigkeit in Form von in Fugen und Risse eindringendem Niederschlagswasser oder Tauwasser aus dem Wandaufbau auf. Die in flüssiger Form vorliegende Feuchtigkeit muss nach außen wieder abtrocknen können. Wird die von außen sichtbare Seite des Fachwerks jedoch durch einen diffusionsdichten bzw. kapillar trocknungsblockierenden Anstrich versiegelt, kann es zu einer übermäßigen Feuchteanreicherung im Holz und in der Folge zur Fäulnisbildung kommen.
Ein Anstrichsystem sollte also den Feuchtehaushalt des Holzes gleichmäßig niedrig halten können. Das bedeutet einerseits, dass es durch das unterschiedliche Schwindverhalten nicht reißen darf, so dass Regenwasser in die Risse der Farbschicht eindringen kann. Andererseits darf die Wasserdampfdiffusion nur gering behindert werden – die Diffusionswiderstandszahl muss auch mit zunehmender Schichtdicke des Anstrichfilms niedrig bleiben. 5
Die Gesamtdicke der einzelnen Farbschichten hat einen erheblichen Einfluss auf die Wasserdampfdurchlässigkeit, welche durch den Sd-Wert 6 beschrieben wird.

Auf Fachwerkhölzern sollte der Sd- Wert der Beschichtung, incl. Grundierung und Neubeschichtung 0,5 [m] nicht übersteigen. Bei Gefacheanstrichen muss ein Sd-Wert von max. 0,14 [m] eingehalten werden. 7

Deshalb muss im Rahmen von Instandhaltungs- oder Instandsetzungsmaßnahmen unabhängig von der Haftung und Festigkeit der alte Farbanstrich vollständig entfernt werden, um der Gefahr zu großer Schichtdicken entgegen zu wirken. Desweiteren sollte man beachten, dass etliche Hersteller auf ihren Merkblättern darauf hinweisen, dass ihre Farbsysteme nur für einen Auftrag durch Streichen oder Rollen geeignet sind. Das wiederum bedeutet aber, dass die filmbildende Schicht dicker ist als beim Aufspritzen.
Da die tatsächliche Dicke von i.d.R. 3 Schichten (Grundanstrich, Zwischenanstrich, Deckanstrich) kaum kontrolliert und nachvollzogen werden kann, sollten also Diffusionswiderstandszahl und Wasseraufnahmekoeffizient so niedrig wie möglich gehalten werden.
In den Technischen Merkblättern wird z.B. bei einem für innen und außen geeigneten Kunstharzlack unter anderem neben der Bindemittelbasis (langöliges Alkydharz) auf die Pigmentbasis (lichtechte, wetterbeständige Buntpigmente), geeignete Verdünner, Schichtstärken und besondere Produkteigenschaften (wetterbeständig, lichtecht, glanzstabil, füllkräftig, hoch abrieb- und schlagfest) hingewiesen. Eine Deklaration weiterer Inhaltsstoffe, prozentualer Stoffanteile oder der Wasserdampf- Diffusionswiderstandszahl µ erfolgt nicht.
Als Anwender kann man somit nicht nachvollziehen, welche Zusammensetzung die Farbe tatsächlich aufweist und wie dampfdicht oder diffusionsoffen sie ist. Laut Farbenhersteller und Handwerksfirmen stellen deren Farben dampfdiffusionsoffene und gleichzeitig wasserabweisende, demnach also unbedenkliche und schützende Beschichtungssysteme dar. 8

Selbst kunststoffhaltige Anstriche sind dampfdiffusionsoffen. Die Diffusionsoffenheit gilt aber vermutlich nur für den frischen Anstrich, denn die über sehr lange Zeit fortschreitende Polymerisation oder Vernetzung der Moleküle führt langfristig zu einer dampfdichten Versiegelung. 9
Inzwischen ist in der Fachwelt bekannt, dass Lacke und Kunstharze verspröden, mangelhaft elastisch sind sowie aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung nur eine eingeschränkte Haftung zum Untergrund aufbauen. In der Regel ist eine Versprödung (trockene Brüchigkeit des Films, die stellenweise zum Abplatzen führt) das Resultat langjährig bewitterter Alkydharzdeckanstriche bzw. Alkydharzlasuren. Stark wechselnde Temperaturen, Einfluss des UV-Lichts und Feuchtigkeit können die Alterung beschleunigen. 10 11
Befinden sich unter dem Neuanstrich mit modernen Farben noch Leinölreste, ist es möglich, dass diese Leinölmoleküle bei starker Erwärmung mobil werden und sich als Gas unter der Beschichtung ansammeln. So kann es aufgrund des im Wandaufbau herrschenden Dampfdruckes zu Blasen, Rissen und zum Abblättern der Farbe kommen. 12
Auch (eigenständig) untergemischte, wasserabweisende Zusätze, über die Herstellerempfehlung hinaus verdickte oder verdünnte Farben und der Verschnitt unterschiedlicher Materialien, auch verschiedener Hersteller können zum Versagen eines Anstrichs beitragen.

Fallbeispiel 1: 

Die Fachwerkkonstruktion besteht aus Nadelholz mit Ziegelausfachung und innenseitigem Lehmverputz. Von außen erfolgte ein kunststoffveredelter Anstrich auf Hölzern und Ausfachung. Als nachträgliche Innendämmung wurde eine leichte Vorsatzschale bestehend aus Gipskartonplatten auf Ständerwerk mit dazwischen liegender Mineralwolle und PE-Folie als Dampfsperre eingebaut.
Bereits sechs Jahre nach der Sanierung des Wohnhauses war die Zerstörung der Konstruktionshölzer durch Braunfäule und Nassfäulepilze so groß, dass ein Leerzug der Mieter erfolgen musste. Neben den Fäulepilzen in den Fachwerkhölzern wurden auch Fruchtkörper des Zaun- oder Tannenblättlings sowie nach Öffnung der Innenschale Schimmelpilze an der Glasfaserdämmung festgestellt. 13
Der Gesamtaufbau der Außenwände ist mit Materialien ausgeführt worden, die beidseitig eine kapillare Abtrocknung der feuchtebelasteten Konstruktion bzw. eine Abdunstung nach außen blockierten.
Von außen erhielt die Fassade den wasserabweisenden, kunststoffdispersionshaltigen Anstrich über die gesamte Fläche. Innenseitig wurden die Wände mit einer ebenfalls wasserundurchlässigen Baufolie über der Glasfaserdämmung abgedichtet. Aufgrund der unterschiedlichen Baustoffeigenschaften, des natürlichen Verschleißes der Materialien sowie statisch und klimatisch bedingter Bewegungen im Gefüge kam es zu Rissen sowohl in der Anstrichebene als auch im Gefüge des Fachwerks (Risse in den Hölzern, Risse am Anschluss Holzkonstruktion - Gefacheausmauerung). Weiterhin waren in Teilbereichen Verformungen einzelner Fachwerkhölzer zu beobachten, wodurch größere Fugen zwischen Fachwerk und Ausfachung verursacht wurden. Somit konnte insbesondere an der Wetterseite Feuchtigkeit in flüssiger Form (Schlagregen) aber auch als Wasserdampf eindringen.
Zusätzlich kann das tägliche starke Temperaturgefälle bei undicht ausgeführter Innendämmung und bei Wohnnutzung üblichen hohen Konvektionsströmen feucht-warmer Raumluft den Tauwasserausfall an der raumseitigen Wandoberfläche begünstigen. 14 Durch die beidseitig aufgebrachte, trocknungsblockierende Abdichtung der Wandkonstruktion konnte die in flüssiger Form vorhandene Feuchtigkeit weder nach innen noch nach außen abtrocknen.
Die permanente Feuchtebelastung der Konstruktion und das vorhandene Nährstoffangebot (z.B. Staub, Tapeten/Papier, Klebstoffe, Dämmstoffe, Holz) waren Voraussetzung für die Entstehung und Verbreitung der Fäule- und Schimmelpilze.

Fallbeispiel 2: 

Ein zweigeschossiger barocker Fachwerkbau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde nach mehreren früheren Umnutzungen in der Zeit zwischen 1997 bis 1999 umfassend saniert, teilweise umgebaut und modernisiert.
Nachdem schon ein Jahr später der Farbanstrich auf den Fachwerkhölzern abblätterte, wurden im selben Jahr diesbezüglich Arbeiten zur Mängelbeseitigung wie folgt ausgeführt: Nachdem der lose Farbanstrich mit einer Drahtbürste von den Fachwerkbalken entfernt wurde, erfolgte ein 2-facher Anstrich mit einem Color-Acryllack. 15 Als erneute Schadensbilder in den Folgejahren waren wiederum der Anstrich der Fachwerkhölzer sowie einiger Fenster, zusätzlich auch Schäden am Sockel– und Gefacheputz zu regulieren. 16
Bei den Untersuchungen konnten wir nicht nur eine großflächige Rissbildung und das Abblättern des äußeren Anstrichs sondern auch Feuchteflecken auf den Fachwerkhölzern feststellen. In einem von innen geöffneten Wandbereich waren ebenfalls Feuchteflecken am Fachwerkholz mit beginnender Schimmelpilzbildung erkennbar, was darauf hindeutet, dass es zu zeitweiligen Trocknungsblockaden kommt. Ursache hierfür sind einerseits der äußere abdichtende acrylhaltige Anstrich und andererseits eine fehlende kapillar leitende Füllschicht zwischen der Außenwand und der als Innendämmung direkt auf die Wand aufgebrachten HWLPlatte. 17

Fallbeispiel 3: 

Im Rahmen einer im Jahr 2001 durchgeführten Sanierung an einem Fachwerkhaus mit Ziegelsteinausfachung und äußerem Lehmverputz erfolgten u.a. folgende Fassadenarbeiten:
Die gesamte Fassadenfläche wurde mit Drahtbürste und Spachtel gereinigt, die lehmverputzten Gefache mit silikonharzbasiertem Fassadengrund und Fassadengrundhärter im Mischungsverhältnis bis 1:1 grundiert und mit einer Silikonharzfarbe zweimal gestrichen. 18 Zur Ausfüllung aller Anschlussfugen bis 5 mm kam ein Acryl-Dichtstoff zum Einsatz. 19
Das Abblättern der Farbbeschichtung von den Lehmputzen war schon wenige Jahre später das vorherrschende Schadensbild. Silikon- Kunstharzdispersionen, wie hier eingesetzt, bestehen aus in bis zu 85% Lösemitteln (z.B. Testbenzin, Alkohole) gelösten Polysiloxanen (Silikone, Siloxane). Die Mittel dringen tief in den Untergrund ein und haben wasserabweisende (hydrophobe) Eigenschaften. 20 Dieses Farbsystem ist aufgrund der trocknungsblockierenden Produkteigenschaften für den Anstrich von Gefacheputz generell ungeeignet, 21 da die Diffusionsoffenheit durch zu starke Schichtdicken und die alterungsbedingte Polymerisation unterbunden wird.
Grundsätzlich muss darauf hingewiesen werden, dass ein Lehmputz als Außenputz ungeeignet ist. Etwaige Kalkoberputze oder Farbanstriche weisen auf Lehmuntergründen eine ungünstige Haftung auf, so dass zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen und zu beachten sind.

Eine alleinige Diffusionsoffenheit der Beschichtungen, die bei Einhaltung der von den Herstellern empfohlenen Schichtdicke für Kunstharz-Dispersionen, Silikon- oder Acrylfarben gewährleistet werden könnte, garantiert in der Praxis allerdings nicht die Schadensfreiheit des Holzuntergrundes. Dafür gibt es mehrere Gründe:
Der erste Grund ist die auf längere Zeit nicht zu haltende Baustoffgüte selbst. Insbesondere bei chemisch vergüteten Farben und Putzen ist aufgrund von Alterungsprozessen und Witterungseinflüssen ein deutlicher Qualitätsverlust zu finden. Eine anfängliche Dampfdiffusionsoffenheit dieser Produkte wandelt sich im Laufe der Zeit zu einer Dampfdichtheit um, so dass die Atmungsaktivität nicht mehr gewährleistet ist. 22
Die zweite Ursache liegt darin begründet, dass die Notwendigkeit der Rücktrocknung durch kapillare Feuchteableitung unterschätzt wird. Das hauptsächlich durch Fugen in der Konstruktion und durch alterungs- und abbindungsbedingt gerissene Farbschichten eindringende Regenwasser 23, die bei nächtlicher Luftabkühlung in kalten Fassadenflächen abkondensierende Luftfeuchte sowie die Tauwasserbildung beim Auftreffen feucht-warmer Raumluft auf kalte Wandflächen bewirken eine Feuchteanreicherung des Untergrundes. Der Feuchtetransport aus Baustoffen heraus erfolgt überwiegend kapillar in der Flüssigphase. Das bedeutet, wenn Wasser innerhalb einer Konstruktion in flüssiger Form auftritt, wandeln sich die ursprünglich positiv gedachten wasserabweisenden Produkteigenschaften (bei von außen anfallendem Wasser) ins Negative um, insbesondere wenn ein Abdampfen nach außen aufgrund dampfdichter Beschichtung und die Abtrocknung nach innen durch kapillarblockierende Schichten oder hohlraumhaltiger Innendämmungen verhindert wird.

Wie sollten Altanstriche von Fachwerkhölzern entfernt werden?

Vor dem Anstrich von Fachwerkhölzern sollten Altanstriche möglichst vollständig entfernt werden, einerseits um in der Folge einem zu dicken Schichtenaufbau vorzubeugen, andererseits um unerwünschte chemische Reaktionen der Inhaltsstoffe zu vermeiden.

Auf ein Abstrahlen der Fassade sollte generell verzichtet werden. Beim Abstrahlen sowie beim Abbürsten mit motorgetriebenen, rotierenden Stahlbürsten besteht die Gefahr, dass weichere Frühholzanteile massiv angegriffen werden. Auch ein Abbeizen ist nur bedingt tauglich, da möglichst kein Abbeizmittel in das Holz eindringen darf. Beim Anlaugen mit alkalischen Lösungsmitteln würden die Holzinhaltsstoffe so sehr angegriffen werden, dass z.B. Eichenholz schwarz werden würde. Hochdruckreiniger und chemische Abbeizer bewirken zusätzlich einen hohen Feuchteeintrag in die Fachwerkkonstruktion. Da die Hölzer angekohlt werden könnten, ist das Abbrennen der Farbschichten mit offenen Flammen ebenfalls nicht empfehlenswert. 24 Gute Ergebnisse können allerdings erzielt werden, wenn motorgetriebene, drehzahlsteuerbare weiche Bürsten 25 mit regulierbarem Bürstenabstand eingesetzt werden. Weiterhin ist das Ablösen der Farbschichten mit Heißluftgeräten eine geeignete Methode, um dicke Farbschichten zu entfernen. Die angelösten Farbschichten können mit dem Spachtel abgenommen und die Holzoberfläche mit der Drahtbürste nachgearbeitet werden. Der Gefacheputz darf auf keinen Fall beschädigt werden. Die Methode sollte mit einem Denkmalpfleger abgestimmt werden.

Anstriche für Holzuntergründe auf naturbasierten Inhaltsstoffen

Grundkomponenten der Farbsysteme sind in der Regel Bindemittel, Lösemittel, Pigmente und Hilfsstoffe, wobei die Klassifizierung meist nach der Art des Bindemittels 26 erfolgt. Da aber die Bindemittel nach unterschiedlichen Rezepturen eingesetzt werden, ist insbesondere bei kunststoffhaltigen Anstrichen diese Einteilung ungenau. 27
Eine sinnvolle Alternative zu den modernen, sehr inhaltsstoffreichen Produkten bieten traditionelle, naturbasierte Rezepturen. Sie ergeben ebenso haltbare Resultate oder sind sogar langlebiger als viele chemisch veredelte Farbsysteme. Sie sind einfach und wirksam in der Verarbeitung und vor allem schadstofffrei.

Holzschutzlasuren aus pflanzlichen Ölen, zum Teil auch Naturharzen, mit Naturfarben (Pigmenten) versetzt, sind frei von chemischen Lösungs- oder Bindemitteln. Sie sind geeignet für einen dauerhaft offenporigen Anstrich von Fachwerkhölzern, Holzbekleidungen, Zäunen, Gartenmöbeln, aber auch für Fenster und Türen. 28
Transparent farbige Lasuren auf der Basis von natürlichen Inhaltsstoffen besitzen aufgrund der geringen Molekülgröße 29 ein gutes Eindringvermögen und eine hohe Witterungsbeständigkeit. Der Anstrichfilm bleibt diffusionsoffen, flexibel und neigt nicht zum Abblättern.
Die in den natürlichen Farbmischungen enthaltenen pflanzlichen Öle nehmen bei der Trocknung Sauerstoff auf und vernetzen dadurch zu einem elastischen Film. Durch die oxidative Trocknung der Öle und durch Zusatz von UV-beständigen Naturpigmenten kann eine besonders dünnschichtige und wirtschaftliche Auftragsweise erzielt werden. 30

Als Bindemittel in Naturfarben kommen z.B. Leinöl, Leinöl-Standöl, Holzöl-Standöl, (modifiziertes) Kolophonium, Rizinen-Standöl, Dammar, Kalk zum Einsatz. 30
Citrusterpene, Orangenterpene, Balsamterpentinöl oder Wasser dienen als Lösemittel. 30
Für die Farbgebung der Anstriche verwendete Erd- und Mineralpigmente sind natürliche Verwitterungsprodukte von eisenhaltigen Gesteinen und Mineralien, künstlich gebrannte natürliche Erdpigmente, natürliche Erdpigmente, durch Verkohlen von Pflanzenreben hergestellte Pflanzenpigmente, künstliche (durch Erhitzen von Soda, Ton, Schwefel) Mineralpigmente, spinelle Minerale vulkanischen Ursprungs. 30

Schadstofffreie Hilfsstoffe, die der besseren Streichbarkeit oder dem besseren Trocknungsverhalten der Farbmischung dienen, können bleifreie Trockenstoffkombination (Kobalt- Linoleat, Calcium-Oktoat, Zirkon- Oktoat) oder Emulgatoren auf pflanzlicher Basis, Methylcellulose, Sojalecithin, Kieselsäure, Alkohol sein. 30

Die Verarbeitung der Naturfarben erfolgt im Dünnschichtverfahren durch Streichen, Spritzen, Tauchen - in der Regel nicht bei Temperaturen unter 10° C.
Die Vorbehandlung des Holzgrundes ist abhängig von dessen Zustand und dem vorgesehenen Anstrichsystem. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass die Hölzer frei von tierischen Schädlingen, Pilzen, Algen, Moosen, Pflanzen, Altanstrichen, Mörtelresten, Spachtel- oder synthetischen Fugendichtmassen und zerstörten Oberflächenbereichen sind. Breite Risse oder klaffende Holzverbindungen sind vorab fachgerecht auszuspänen. Weiterhin sollte der Untergrund fest, trocken, staubund fettfrei, chemisch neutral und saugfähig sein.
BBei der Entfernung von organischen Anstrichen muss aufgrund der umweltgefährdenden Inhaltsstoffe insbesondere die Problematik der fachgerechten Entsorgung (Sondermüll) beachtet werden!
Ferner sind vor Beginn der Arbeiten alle notwendigen Maßnahmen des konstruktiven und chemischen Holzschutzes mit einem Fachplaner oder Holzschutzsachverständigen abzuklären und auszuführen.
Für die weitere Vorbehandlung bzw. den Grundanstrich wird ein Grundieröl, bei stark saugenden Untergründen (z.B. raues Holz) ein Naturharz- Imprägnieröl einmal dünn aufgetragen.
Je nach verwendetem Produkt erfolgt anschließend der ein- oder zweimalige Zwischenanstrich mit Holzlasur gleichmäßig in Faserrichtung. 31
Für den Deckanstrich wird die Holzlasur noch einmal dünn und gleichmäßig in Faserrichtung aufgebracht. Alternativ kann für deckende Anstriche einmal Standölfarbe halbfett, einmal Standölfarbe vollfett gestrichen werden. 32
Bei der Verwendung von Leinölfarben weisen einige Hersteller darauf hin, dass der Anstrich nach dem ersten Auftrag seidenmatt und nach zwei Anstrichen seidenglänzend erscheint. Mitunter wirken die Anstriche im nassen Zustand milchig, was sich jedoch bei der Trocknung verliert.
Anstriche mit Leinölfarben sollten vorzugsweise von erfahrenen Fachfirmen ausgeführt werden, da handwerklich präzises Arbeiten die Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit der Beschichtung bildet. Da zu viele Leinöl- oder Standölschichten einen dichten Film bilden, der die Wasserdampfdurchlässigkeit des Holzes zu stark behindern kann, ist als wichtigste Grundregel zu beachten, dass die Anstriche in ihrer Fettigkeit von unten nach oben zunehmen. Der erste Anstrich muss also relativ mager sein, die darauffolgenden sollen fetter werden, um netzartige Rissbildung infolge von Spannungen und Schrumpfungen zu vermeiden. 33
Fettere, ölhaltigere Anstriche trocknen langsamer als magere Anstriche. Je langsamer ein Ölanstrich trocknet, desto witterungsbeständiger ist er. Die Witterungsbeständigkeit hängt maßgeblich von der Höhe des Ölgehalts bzw. der Art des verwendeten Naturharzes ab. 34

Instandhaltung und Pflege: 

Verunreinigungen oder Pilzbefall sollten halbjährlich mit einem Schwamm, Wasser und bei Bedarf Marseiller Seife 35 abgewaschen werden.
Ein Pilzbefall kann auftreten, wenn sich an stark Kondenswasser belasteten Bereichen Staub und Pollen ablagern und so einen idealen Nährboden bieten.
Anstriche aus natürlichen Ölen wittern allmählich oberflächlich ab, während der darunterliegende Schichtfilm noch intakt ist. Somit sind diese Anstriche durch einfaches Reinigen und Überstreichen leicht aufzuarbeiten. Wenn die Holzlasur durch Abwitterung ihren Glanz verloren hat bzw. matt erscheint, sollte sie aufgefrischt werden – an Wetterseiten ca. alle 1,5 bis 3 Jahre, an Nicht-Wetterseiten ca. alle 2 bis 5 Jahre. 36

Anstriche für Putzuntergründe auf naturbasierten Inhaltsstoffen

Die Anstriche auf Gefacheputzen erfüllen zum Einen gestalterische Zwecke, zum Anderen dienen sie dem Schutz vor Witterungs- und Umwelteinflüssen. Auch hier spielen die Wasserdampfdurchlässigkeit sowie das Wasseraufnahme- bzw. Wasserabgabevermögen eine entscheidende Rolle für die Regulierung des Feuchtehaushaltes des Untergrundes. 37
Bezugnehmend auf Fallbeispiel 3 beginnen wir mit Lehmputzen, die als Außenputz ohne weitere Schutzvorkehrungen wegen der Witterungsunbeständigkeit mit erhöhten Risiken behaftet sind 38, bei historischen Fachwerkbauten jedoch nach der Abnahme von Wetterschutzbekleidungen durchaus vorzufinden sind (Abb. 13).
Zur Festigung von Lehmputzen und als tragfähiger, feuchtefester Untergrund für nachfolgende Anstriche sollte ein Kalkspachtel aufgetragen werden. Dazu wird aus feinkörnigem Sand, weißem Kalk und Wasser ein Spachtelmörtel hergestellt, der mit der Glättscheibe auf den zuvor angefeuchteten Lehmuntergrund in einer Stärke von ca. 1 mm aufgetragen wird. Der Lehmputz muss vorab voll durchgetrocknet sein. Die Kalkspachteloberfläche wird nach dem Auftragen mit einem angefeuchteten Filzbrett verrieben. So entsteht eine gleichmäßige, feinkörnige Struktur mit einer transparent-weißen Oberfläche, welche danach entweder 2 bis 3 mal mit Kalkmilch 39 auf den noch feuchten Untergrund oder mit Kalk- oder anderen natürlichen Anstrichsystemen auf dem getrockneten Untergrund beschichtet werden kann. 40

Für den weiteren Anstrich kann z.B. eine Kalkkaseinfarbe verwendet werden. Kasein als Bestandteil von Milch wird durch die Zugabe von Kalkhydrat aufgeschlossen, wobei sich das sehr beständige Bindemittel Kalkkasein bildet. Zur Herstellung von Kalkkaseinfarben wird oft Magerquark verwendet, welcher in den Kalkteig eingerührt wird (ca. 500g Magerquark auf 10 kg Kalkteig). 41 Bei der Ausführung von Anstrichen auf Kalkbasis ist eine direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, an warmen Tagen ist ein Vornässen zwingend erforderlich – besser ist die Ausführung jedoch bei feuchter Witterung. Je nach Witterung sollten zwischen den Anstrichen ein bis zwei Tage vergehen.. 42

Entsprechend des WTA-Merkblattes E-8-6-2007/D sind für Beschichtungen auf mineralischen Untergründen besonders die Kenngrößen: Wasserdampfdiffusionsstromdichte (V), Sd–Wert und Wasserdurchlässigkeit (W) von Bedeutung. Je niedriger der W-Wert, desto höher sollte der V-Wert sein. Geeignet sind Anstriche der Beschichtungsklasse W1 mit einem W-Wert von 0,1 bis 1,0 kg/m2h0,5 und einem V-Wert > 150 g//m2*d), welcher einem Sd– Wert von < 0,14 [m] entspricht. 43

Ein Großteil der Gefacheputze besteht aus modifizierten Kalkputzen. Die sind diffusionsoffen und porös und können somit bei hoher Luftfeuchtigkeit oder Niederschlag Porenwasser aufnehmen und es bei Erwärmung bzw. in der Trocknungsphase dosiert wieder abgeben. Als Beschichtung geeignet sind auch hier Kalkfarben und Silikatfarben. 44 Anstatt „Silikatfarbe“ wird von den Farbherstellern in der Regel die Bezeichnung „Mineralfarbe“ benutzt. Als chemisch-reaktives Bindemittel fungiert eine wässrige Kali-Wasserglas- Lösung, welche aus einem Schmelzprozess von Quarzsand und Pottasche gewonnen wird. Für die Farbgebung können nur alkalibeständige Pigmente (z.B. Titandioxid, Eisenoxid) benutzt werden. 45 Reine Silikatfarben werden zweikomponentig geliefert, da die Reaktivität der Wasserglaslösung ein werkseitiges Anmischen mit dem Pigmentpulver verbietet. 46 Der Zusatz von Kunstharzdispersionen erleichtert zwar die Verarbeitbarkeit, verschlechtert aber die wasserabweisenden und dampfdiffusionsoffenen Eigenschaften. 47 Diese Mischungen werden „Dispersionssilikatfarben“ genannt. 48
Wie kann man reine Mineralfarben auf Kalk- oder Silikatbasis von silikonmodifizierten Dispersionsfarben unterscheiden? Kalkstein und Quarz sind absolut beständig gegen organische Lösemittel – also auch gegenüber marktüblichen, lösemittelhaltigen Abbeizer. Eine leichte Entfernbarkeit der Farbe dagegen weist auf filmbildende Kunstharzzusätze (Silikone) hin. 49

Für die Beschichtung von Gefacheputzen können weiterhin Naturharz- Fassadenfarben auf der Bindemittelbasis von Leinöl-Standöl, Lärchenharz-Balsam, Kiefernharz, Dammar und Füllstoffen/Pigmenten wie z.B. Buchenholzzellulose, Talkum, Titandioxid, Wasser, Borax, Borsäure, Quellton, Bienenwachs, Milch-Kasein, Balsamterpentinöl, Alkohol verwendet werden. Diese Anstriche sind sehr spannungsarm, besitzen eine gute Elastizität und aufgrund ihrer Molekularstruktur ein gutes Haftungsvermögen. Das Dampfdiffusions- und Resorptionsvermögen des Untergrundes wird nicht wesentlich beeinträchtigt. 50

Die Vorbehandlung des Putzgrundes ist abhängig von dessen Zustand und dem vorgesehenen Anstrichsystem. Lose Kalkfarben können mit einem Spachtel abgestoßen werden, Leinöl- und Standölfarben werden mit einem (verseifenden) Abbeizer entfernt. Bei der Verwendung von reinen Silikatfarben sind Altanstriche auf Kunstharzbasis restlos abzubeizen. Da reine Silikatfarben nicht einfach entfernt werden können, müsste bei der Auswahl eines anderen Farbsystems hier ggf. der Putz abgeschlagen und neu verputzt werden. 51 Bei der Entfernung von organischen Anstrichen muss aufgrund der umweltgefährdenden Inhaltsstoffe insbesondere die Problematik der fachgerechten Entsorgung (Sondermüll) beachtet werden!

Der Putzgrund sollte in jedem Fall trocken, fest, in der Struktur gleichmäßig und ansatzfrei, saugfähig sowie frei von Sinterschichten, Staub, Ablagerungen, Ausblühungen und unverträglichen Bindemittelresten sein.
Auf einem tragfähigen, gut wasserbenetzbaren Mineralputz reichen nach einer Grundierung mit verdünntem Wasserglas zwei hauchdünne, deckende Anstriche mit reinen Silikatfarben aus. Neuputze sollten zuvor mit Kieselsäure geätzt werden, um die natürliche Sinterhaut zu lösen und somit eine tiefenwirksame Verkieselung des Anstrichsystems zu gewährleisten. Angesetzte reine Silikatfarben sollten innerhalb eines Monats verarbeitet werden, um einer Verkieselung im Gebinde entgegen zu wirken. 52 Auch bei Naturharz-Fassadenfarben bestehen die Anstriche in der Regel aus den drei Schichten: Grundierung, Zwischenanstrich und Deckanstrich. Bei der Verarbeitung der Farbsysteme sind grundsätzlich die Herstellervorgaben einzuhalten. Empfehlenswert ist das Einholen einer schriftlichen Zusicherung seitens des Herstellers bezüglich der Produkteigenschaften, der Eignung der Farbsysteme und des Beschichtungsaufbaus für den jeweils geplanten Anwendungsfall. 53
Da durch erhöhte Feuchtigkeit und Schmutzablagerungen die Gefahr eines Befalls durch Mikroorganismen (Pilze, Algen, Moose, Flechten) besteht, können die Farbsysteme vorbeugend mit Bioziden versetzt werden. 54


1 z.B. Beibehaltung oder Erneuerung großer Dachüberstände oder Bekleidungen; schräg angebohrte und nach außen ableitende Zapfenlöcher, um in diesen stehendes Wasser zu vermeiden, Grundschwelle möglichst außerhalb der Spritzwasserzone (>30 cm über OK Erdreich); bündiger bzw. nach außen abgeschrägter Abschluss von Putzflächen
2 Arbeitsblatt „Deckende Anstriche auf Fachwerkhölzern“, Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege, Propstei Johannesberg, Fulda
3 z.B. Restauratorische Untersuchungsberichte zu Befunden historischer Farbigkeit, Restauratorenkollegium Blankenburg GbR zu Objekten Schlossberg 12, Pölle 47/48, QLB, Neukirchenstr. 37, Osterwieck, etc.
4 siehe auch WTA-Merkblatt 8-7-98/D, Fraunhofer IRB Verlag
5 WTA-Merkblatt 8-7-98/D, Fraunhofer IRB Verlag
6 Sd-Wert = diffusionsaquivalente Luftschichtdicke erhalt man, indem man die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl (ƒÊ-Wert) mit der Schichtdicke der Beschichtung multipliziert.
7 WTA-Merkblätter E-8-7, Ausgabe 5.2007/D, S. 7 und E-8-6, Ausgabe 10.2007/D, S. 8
8 Nachzulesen z.B. in den Technischen Merkblättern der Farben
9 Ziesemann: Natürliche Farben, Anstriche und Verputze selber herstellen, AT Verlag, Aarau, Schweiz, 1996, S. 103
10 Hantschke/Hantschke „Lacke und Farben am Bau, Erstanstrich und Werterhaltung, Eine Einführung für Maler, Architekten, Gutachter“, Hirzel 1998, S. 177, 213
11 Böttcher, P.; Fachwerkinstandsetzung nach WTA, Band 2, Aktuelle Berichte; WTA Referat 8, Fachwerk; Fraunhofer IRB Verlag 2002, S. 213
12 Hein, J. T.;, Fachwerkinstandsetzung nach WTA, Band 2, Aktuelle Berichte; WTA Referat 8, Fachwerk; Fraunhofer IRB Verlag 2002, S. 223
13 U. Ellenberg, Gutachterliche Stellungnahme, 20.09.2006, S. 3 ff
14 Holzschutzgutachten, 20.09.2006, S. 4 ff
15 Ausführungsbestätigung Mangelbeseitigung des ausführenden Handwerksbetriebes Oktober 2000
16 Bericht des Architekturbüros zur Revisionsuntersuchung, November 2005
17 Regelkonforme Ausführung siehe Kapitel nachträgliche Innendämmung
18 Schluss-Rechnung Nr. 21410 der ausführenden Firma
19 Schluss-Rechnung Nr. 21410 der ausführenden Firma
20 Ökologisches Baustofflexikon, S. 296, Gerd Zwiener, C. F. Müller Verlag GmbH, Heidelberg, 1994
21 WTA-Merkblatt 8-6-99/D
22 Ziesemann: Natürliche Farben, Anstriche und Verputze selber herstellen, AT Verlag, Aarau, Schweiz, 1996, S. 103
23 WTA-Merkblätter 8–7-98/D, Fraunhofer IRB Verlag 2002
24 Siehe auch Arbeitsblatt „Deckende Anstriche auf Fachwerkhölzern“, ZHD, Propstei Johannesberg, Fulda
25 z.B. Kunststoffbürsten oder flexible Edelstahlbürsten
26 z.B. Kalkfarben, Siliconharzfarben, Leinölfarben
27 Arbeitsblatt „Deckende Anstriche auf Fachwerkhölzern“, ZHD, Propstei Johannesberg, Fulda
28 Herstelleradressen können im ökologischen Fachhandel, bei Verbraucherzentralen oder über das Deutsche Fachwerkzentrum Quedlinburg erfragt werden.
29 Leinölmoleküle sind auch nach dem Trocknen im Schnitt fast fünfzigmal kleiner als Kunststoff-Polymerisate, Ziesemann: Natürliche Farben, Anstriche und Verputze selber herstellen, AT Verlag, Aarau, Schweiz, 996, S. 103
30 Zusammenfassung und Abgleich der Inhaltsstoffe von verschiedenen Naturfarbenherstellern
31 Die Herstellerangaben in den Technischen Merkblättern sind unbedingt einzuhalten.
32 Die Herstellerangaben in den Technischen Merkblättern sind unbedingt einzuhalten.
33 Arbeitsblatt „Deckende Anstriche auf Fachwerkhölzern“, ZHD, Propstei Johannesberg, Fulda
34 Ziesemann: Natürliche Farben, Anstriche und Verputze selber herstellen, AT Verlag, Aarau, Schweiz, 1996, Buchdeckeltext Rückseite, S. 102
35 Marseiller Seife ist eine Natronseife aus verschiedenen Baumölen und Olivenöl, ohne Zusatz künstlicher Tenside od. Konservierungsstoffe. Sie ist in warmem Wasser leicht löslich – aber ohne Schaumbildung, rückfettend mit pflegender Wirkung und geeignet auch für die Reinigung von Fußböden, Pinseln, ölverschmierten Händen, Kreidezeit Technisches Merkblatt 220-223
36 Richtlinie lt. Kreidezeit Technisches Merkblatt 320-324, Holzlasur für außen
37 WTA-Merkblatt 8-6-99/D
38 WTA-Merkblatt E-8-6-2007/D, S. 9
39 Kalkkaseinmilch aus Magerquark, Sumpfkalk und Wasser im Mischungsverhältnis 1:6:10 als Haftbrücke dünn aufstreichen und mit einem Reibebrett einreiben.
40 Arbeitsblatt zum DBU Modellprojekt Altes Rentamt Worbis, 2. Lehmputze, Leichtlehmputze/Lehmdämmputze, Rezepte und Empfehlungen zur Aufbereitung, gefördert durch die DBU
41 Arbeitsblatt Kalk-Bindemittel für Farben und Mörtel, Teil 2: Kalkfarbenanstriche, Gerwin Stein, ZHD Fulda
42 Arbeitsblatt Kalk-Bindemittel für Farben und Mörtel, Teil 2: Kalkfarbenanstriche, Gerwin Stein, ZHD Fulda
43 WTA-Merkblatt E-8-6-2007/D, S. 8
44 WTA-Merkblatt E-8-6-2007/D, S. 8
45 Zwiener, G.; Ökologisches Baustoff-Lexikon; Daten, Sachzusammenhänge, Regelwerke, 1. Auflage, C.F. Müller Verlag GmbH Heidelberg 1994, S. 296
46 Mineralfarbe - Phönix aus der (Pott-)Asche, Wissenswertes und Hintergründiges über mineralische Anstriche, Beeck`sche Farbwerke GmbH+Co.KG, Stuttgart, 1998
47 Zwiener, G.; Ökologisches Baustoff-Lexikon; Daten, Sachzusammenhänge, Regelwerke, 1. Auflage, C.F. Müller Verlag GmbH Heidelberg 1994, S. 297
48 VOB/DIN 18363/2.4.1 (nach Vereinbarung zwischen DIN-Ausschüssen und Herstellern)
49 Beeck-Aktuell, echte und weniger echte Mineralfarben, Beeck`sche Farbwerke GmbH+Co.KG, Stuttgart, 1998
50 Herstelleradressen können im ökologischen Fachhandel, bei Verbraucherzentralen oder über das Deutsche Fachwerkzentrum Quedlinburg erfragt werden.
51 WTA-Merkblatt E-8-6-2007/D, S. 6
52 Mineralfarbe - Phönix aus der (Pott-)Asche, Wissenswertes und Hintergründiges über mineralische Anstriche, Beeck`sche Farbwerke GmbH+Co.KG, Stuttgart, 1998
53 WTA-Merkblatt 8-6-99/D, S. 4 ff. oder WTA-Merkblatt E-8-6-2007/D
54 WTA-Merkblatt E-8-6-2007/D, S. 10

 


Abb. 1 Aufreißen des Gefacheanstrichs durch Versprödung. Auf der Südseite des Objektes beschleunigten stark wechselnde Temperaturen die fortschreitende Polymerisation der Kunststoffmoleküle (DFWZ QLB)


Abb. 2 Aufreißen der Farbschicht auf dem Gefacheputz und den Fachwerkhölzern. Versprödung des Farbsystems. Die Anschlussfugen zwischen Fachwerk und Gefach wurden vorab mit dauerelastischer Füllmasse geschlossen, die zusätzlich als Trocknungsblockade wirkte (DFWZ QLB)


Abb. 3 Abplatzungen des Farbanstrichs über Fachwerkhölzern und Gefacheausmauerung, Zerstörung der Fachwerkhölzer durch Pilzbefall, hier an der Westseite des Gebäudes (Foto: U. Ellenberg)


Abb. 4 Fruchtkörper des Zaun- oder Tannenblättlings, hier am Hahnenbalken des Giebeldreiecks (Foto: U. Ellenberg)


Abb. 5 Geöffneter Wandaufbau Gebäude, deutlich erkennbar die starke Zerstörung der Schwellhölzer und aufgehenden Ständer durch Braun- und Weißfäule. Im Hintergrund ist die Glasfaserdämmschicht zu sehen. (Foto: U. Ellenberg)


Abb. 6 Risse in Gefüge und in der Anstrichebene, die auch zum Eindringen von Regenwasser führten (DFWZ QLB)


Abb. 7 Öffnung der Innendämmschale, bestehend aus Glasfaserdämmstoff zwischen Ständerwerk, PE-Folie und Gipskartonbeplankung. Im Vordergrund Schimmelnester im Dämmstoff (Foto: U. Ellenberg)


Abb. 8 Rissige und abblätternde Farbbeschichtung der Fachwerkhölzer im Erdgeschoss. (DFWZ QLB)


Abb. 9 Der silikonharzhaltige Farbanstrich weist keine Haftung zum Untergrund auf und blättert großflächig ab. Niederschlag kann ungehindert auf den Lehmputz auftreffen und diesen auswaschen. Hinter die Farbschicht laufendes Wasser erhöht weiterhin den Feuchtehaushalt der Fachwerkkonstruktion. (DFWZ QLB)


Abb. 10 Der im Bild 11 sichtbare Balkenbereich ist bereits weitgehend vom Altanstrich befreit. (DFWZ QLB)


Abb. 11 Die alte Farbe wird mit Hilfe eines Heißluftföns angelöst und mit einem Spachtel oder Zieheisen abgenommen ohne die Fachwerkhölzer zu beschädigen. (DFWZ QLB)


Abb. 12 Die Fachwerkhölzer des Klopstock- Gartenhauses in Quedlinburg wurden mit einer Standölfarbe unter Zusatz von Pigmenten im Farbton Teak gestrichen. (Foto: Rosi Radecke, QLB für DFWZ)


Abb. 13 Nach dem Abnehmen der Wetterschutz- bekleidung wurde ein Lehmaußenputz sichtbar, der im weiteren Sanierungsverlauf lediglich mit einer Kalkfarbe überstrichen wurde. (DFWZ QLB)