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Methoden des Bestandsaufmaßes
„Die Bestandsaufnahme ist die Zusammenfassung
aller Verfahren, die
zur Bestands- und Zustandserfassung
eines Gebäudes beitragen.“ 1
Die maßliche Bestandsaufnahme
sowie die zeichnerische Dokumentation
des baulichen Zustandes von
Gebäuden sollte die Grundlage für
die Bauforschung, Sanierungsplanung
sowie die statische und planungsvorbereitende
Bauzustandsanalyse
sein. Bei einem Haus mit
einfachem Grundriss und intakter
Konstruktion können dafür unter anderem
auch in Bauakten vorhandene
Pläne verwendet werden, welche
oftmals nur als Kantenaufmaß
vorliegen. Dabei werden die Grundrisse
auf der Basis von Raumlängen,
-breiten und –diagonalen erstellt
und Wandstärken an den Raumöffnungen
gemessen. Eine maßliche
Planprüfung vor Ort muss eine Eignung
der Zeichnungen sicherstellen.
Sind in den Plänen nachträgliche
bauliche Veränderungen nicht
eingetragen oder ergeben sich bei
der Planprüfung größere Abweichungen
in den Raummaßen, ist
eine Nachbearbeitung nötig. Hier
genügt oftmals ein ergänzendes
Handaufmaß mittels Gliedermaßstab,
Bandmaß oder Laserdistanzmesser
(Distometer).
Halbverformungsgetreues Handaufmaß
Wurden während der Planprüfung
bauliche Veränderungen oder
maßliche Abweichungen gegenüber
den vorhandenen Zeichnungen
festgestellt, sind diese für das
bauliche Vorhaben unbrauchbar.
Ein halbverformungsgetreues Handaufmaß
wäre eine mögliche Folge.
Mit Hilfe einer Schnur- oder
Schlauchwaage wird ein Meterriss
durch die Geschossebenen gelegt.
In dieser Höhe werden Schnüre diagonal
verlaufend und raumübergreifend
gespannt. Darauf werden,
ähnlich wie bei einem Raster,
gleichgroße Abstände von beispielsweise
einem Meter fixiert. Sie
bilden die Basis für die Abstandsmessung.
Von zwei dieser Fixpunkte
wird derselbe zu vermessende Punkt
maßlich erfasst (z.B. ein Eckpunkt
der Fensterleibung) und die Entfernungen
in einer Aufmaßskizze eingetragen.
Auf diese Weise werden
zusätzlich zu den Raumlängen, -breiten
und –diagonalen alle Vor- und
Rücksprünge, Öffnungen aber
auch grobe Wandunebenheiten
eingemessen. Mit Hilfe der entstandenen
Aufmaßskizze kann dann am
Reißbrett oder mit Hilfe eines computergestützten
Zeichenprogrammes
eine Bestandszeichnung erstellt
werden. Für die Darstellung halbverformungsgetreuer
Längs- oder
Querschnitte sind Lote durch das
Gebäude, die ebenfalls eine Metereinteilung
haben, ein weiteres
wichtiges Hilfsmittel. Dadurch ist es
möglich, auch unter Einbeziehung
des Meterrisses, den Wand-, Fußboden-
und Deckenverlauf halbverformungsgetreu
zu erfassen. Auf der
Basis dieser Messmethode entstanden
unter anderem die Bestandszeichnungen
der Goldstraße 25 in
Quedlinburg, einem Praxisobjekt
der Jugendbauhütte in Quedlinburg.
Für ein historisch vielschichtiges,
stark verformtes Gebäude ist ein gesichertes
Wissen über Konstruktion
und Bauweise zwingend erforderlich.
Daher ist ein verformungsgerechtes
Aufmaß unabdingbar. Ein
solches Aufmaß erbringt eine wirklichkeitsnahe
Wiedergabe des Bestandes
mit großer Genauigkeit und
Informationsdichte in Bezug auf das
Objekt. In den Grundrissebenen erzielt
man durch ein verformungsgetreues
Aufmaß eine winkelgerechte
Darstellung, was zur Folge hat, dass
durch ein „Übereinanderstapeln“ aller
Geschosse jeder Wand-, Kaminund
Deckenbalkenverlauf vom Keller
bis zum Dach eindeutig erkennbar
ist. Im Schloss Friedenstein in Gotha
konnte der Bauherr aufgrund
dessen ohne unverhoffte Hindernisse und somit kosteneffektiv einen
Fahrstuhl planen und einbauen lassen.
Eine verformungsgetreue Abbildung
der Längs- und Querschnitte
gibt zu den vertikalen
Wandverläufen auch unterschiedliche
Fußbodenniveaus in einem Gebäude
preis, welche möglicherweise
auf unterschiedliche Bauzeiten
schließen.
Nicht nur die Grundrisse und
Schnitte, sondern auch die Ansichten
müssen realitätsnah zeichnerisch
dargestellt werden. An den
Fassaden von Fachwerkbauten lassen
sich unter anderem die Verwindung
der Fachwerkständer oder
Durchbiegung des Schwellholzes
deutlich ablesen, wie an der Hofansicht
des Vorderhauses von
Schlossberg 11 in Quedlinburg.
(Abb. 4) Des Weiteren gehören zu
einer wirklichkeitsnahen Bestandswiedergabe
die Darstellung aller
Vor- und Rücksprünge im Wandverlauf,
wie an der Straßenfassade des
Gebäudes Schlossberg 11 gut erkennbar
ist (Abb. 5) aber auch eine
steingerechte Darstellung an Massivbauten.
Neben der geometrischen Erfassung
lassen sich das Baumaterial und die
Konstruktion mit ihren Verformungen
in der fertigen Zeichnung ablesen.
Sie geben außerdem Hinweise auf
die Bauweise und die mögliche
Raumnutzung. Links des Einganges
zum Vorderhaus Schlossberg 11 befindet
sich ein Raum mit massiven
Wänden, Ziegelsteinbögen und Rußschwärzung
an den Wänden 2, was
auf eine Nutzung als Schwarze Küche 3
hindeutet. (Abb. 6)
Ausgangspunkt für alle Aufmaße ist
ein definiertes dreidimensionales Koordinatensystem,
welches bei Bedarf
in das Landeskoordinatensystem
eingebunden werden kann.
Deshalb ist es wirtschaftlich effektiv,
die Bestandszeichnungen und –dokumentationen
von einem Fachmann
erstellen zu lassen.
Detailreiche Bereiche wie Fassaden
oder mit Stuck verzierte Decken können
mit Hilfe entzerrter Fotos eingearbeitet
werden.
Aufmaß mittels elektronischem Tachymeter
Bei dem verformungsgerechten Aufmaß
der Grundrisse mit einem Tachymeter
wird ebenso wie bei einem
Handaufmaß eine horizontale
Schnittebene mittels Rotationslaser
festgelegt. Diese Schnittebene wird
messtechnisch als Nullebene erfasst
und bildet sowohl zum Fußbodenals
auch zum Deckenniveau die Bezugshöhe
Null. So können Verwerfungen
in Fußboden oder Decke
bereits in den Grundrissen durch Höhenmessungen
abgelesen werden
(Abb. 7).
Die Erstellung der Grundrisse und
Schnitte erfolgt mittels des elektronischen
Tachymeters, einem Vermessungsgerät,
mit welchem Winkel
und Distanzen gleichzeitig gemessen
werden können. Wir unterscheiden
zwei Arten des Tachymeters:
das Messgerät mit Reflektor, hier
wird an jeden auf der Nullebene zu
vermessenden Punkt ein Reflektor /
Prisma angehalten. Der zu messende
Punkt wird anvisiert, der Reflektor
angehalten und die Messung
ausgelöst. Bei der zweiten Form des
Tachymeters erfolgt die Streckenmessung
mit einem sichtbaren Laserstrahl.
Hierbei werden die zu messenden
Punkte mit dem Laserstrahl
angezielt und die Messung ausgelöst.
Der Vorteil besteht bei diesem
Messgerät darin, dass unzugängliche
Punkte problemlos erfasst werden
können.
Bei der verformungsgetreuen Vermessung
des Gebäudes werden
oftmals viele Instrumentenstandorte
benötigt. Vor dem eigentlichen Aufmaß
steht daher immer die so genannte Stationierung / Standortbestimmung.
Das heißt, mit Hilfe gemessener
Passpunkte wird ein räumlicher
Bezug zu den verschiedenen
Standpunkten hergestellt. Dabei
sollte die Messung der Passpunkte
sehr sorgfältig erfolgen, denn von
der Genauigkeit der Passpunktbestimmung
hängt letztendlich die
Qualität des gesamten Aufmaßes
ab. (Abb. 8) Der Tachymeter wird
im Raum so positioniert, dass möglichst
viele zu vermessende Punkte
erfasst werden können. Dabei soll
natürlich erreicht werden, dass sich
die Messungen von verschiedenen
Standpunkten ergänzen und sich
die Grundriss- bzw. Schnittebene
nach und nach vervollständigt. Um
dies zu erreichen, werden Messpunkte
in dem Gebäude so angelegt,
dass sie von vielen verschiedenen
Instrumentenstandpunkten
sichtbar sind. Ist der neue Standort
bestimmt, kann mit dem Bestandsaufmaß
begonnen werden. Durch
das „Abtasten“ der Wände, Fußböden
und Decken mit dem Laserstrahl
in kurzen Abständen können
Auswölbungen oder Schräglagen
von Wänden sowie Fußboden- bzw.
Deckenabwanderungen sehr genau
erfasst werden.
Die Messwerte bzw. x-y-z Koordinaten
werden auf einem angeschlossenen
Laptop sofort in das Zeichenprogramm
AutoCAD 4mit der
Aufmaßsoftware TachyCAD importiert
und mit den üblichen AutoCADBefehlen
wie „Linie“, „Polylinie“ usw.
zu einer Bestandszeichnung vervollständigt.
Eine Nachbearbeitung ist
nur noch geringfügig nötig. Dabei
ist es unmaßgeblich, ob wir uns in
kleinen Fachwerkhäusern, wie dem
Schlossberg 11 in Quedlinburg (Abb.
9–10), in Sakralbauten wie der Nikolaikirche
in Quedlinburg oder in
Schlossanlagen wie dem Großen
Schloss in Blankenburg (Abb. 11–12)
bewegen. Immer ist das Ziel ein verformungsgetreues
Bestandsaufmaß,
welches die Basis für den weiteren
Bearbeitungsverlauf bildet. Dennoch
ist es notwendig, einzelne Details
durch Handaufmaß zu ergänzen.
Die erstellten Pläne der
Genauigkeitsstufe II umfassen sämtliche
Informationen in Bezug auf
Konstruktion und Struktur der Bauteile,
Baufugen und Hinweise auf
frühere Bauzustände. 5
Als Beispielobjekt für eine maßliche
Bestandsaufnahme sowie zeichnerische
Dokumentation des baulichen
Zustandes sei hier der Gebäudekomplex
Schlossberg 11 in
Quedlinburg genannt. Nach Fertigstellung
der Pläne bildeten diese die
Grundlage für die anschließende
Bauforschung im Rahmen eines Seminars.
Die Befunde wurden in die
Zeichnungen übertragen und ein
bezugnehmendes Raumbuch angelegt.
Von Vorteil war bei der Befunderhebung
das bereits vorhandene
Koordinatennetz. Wichtige
Details, die bei der Bestandserfassung
nicht sichtbar waren, konnten
nachträglich ergänzend mit dem
Tachymeter eingemessen und in die
Grundrisszeichnungen übertragen
werden.
Auch bei den archäologischen Untersuchungen
in den Kellerräumen
wurde das vorhandene Koordinatennetz
zum Übertragen in die Bestandszeichnungen
genutzt.
Aufschluss über die Verformungen
in der Dachkonstruktion und Zerrbalkenlage
gaben die Schnitte, insbesondere
der Querschnitt durch
das Gebäude. Bei früheren Umbaumaßnahmen wurden hier in einigen
statisch relevanten Vollgespärren
der Spannriegel und das
Kopfband entfernt. Es wurde nachträglich
ein stehender Stuhl unter
das Rähm gestellt, um die Lasten
abzufangen, jedoch wurde die Lastenableitung
nach unten dabei
nicht beachtet. 6 So kam es zu Verwerfungen
im Fußbodenbereich.
Um eine statische Sicherheit wieder
zu gewährleisten, muss eine Ertüchtigung
des Dachstuhls erfolgen. Der
stehende Stuhl sollte entfernt und
die fehlenden Teile in der Konstruktion
ergänzt werden. 7
Verformungsgetreue Bestandspläne
sind nicht nur Bestandteil der historischen
Analyse, sondern bilden eine
unerlässliche und sinnvolle Grundlage
für die weitere Planung, Ausschreibung
und Kostenermittlung.
Sie stellen die Eigenheiten des Gebäudes
wirklichkeitsnah dar und
sind deshalb unentbehrlich für die
bauausführenden Gewerke. 8
Digitale Bildentzerrung und Montage mit metigo
Technische Voraussetzungen für
eine digitale Fotoentzerrung sind
eine Digitalkamera oder analoge
Kamera und ein Scanner, Bandmaß
oder Gliedermaßstab für die Streckenmessung,
bzw. ein elektronischer
Tachymeter für die Koordinatenmessung
sowie das Programmsystem
metigo 2D.
Als Referenzdaten für die projektive
Entzerrung benötigt man am Objekt
gemessene Passpunkte. Dazu werden
mindestens vier bis acht Passpunkte
beispielsweise an der Gebäudefassade
angebracht. Hierbei
ist es wichtig, dass diese Punkte den
zu entzerrenden Bereich umschließen
und vertikal in einer Ebene liegen.
Vorspringende Bauteile wie
Gesimse und Erker oder vorkragende
Stockwerke sollten extra aufgenommen
werden. Das Objekt
wird nun mit den Passpunkten fotografiert
und die Passpunkte anschließend
vermessen. Dabei werden
vertikale, horizontale und
diagonale Abstände mit dem Bandmaß
gemessen. Das Foto mit den
Passpunkten und die Streckenmaße
bilden die Grundlage für die Entzerrung
am PC. Um jedoch den Bezug
zu einem bereits definierten
dreidimensionalen Koordinatensystem
des Objektes zu erhalten, sollten
nach einer Standortdefinition 9die
Passpunkte tachymetrisch eingemessen
werden. Im Rahmen eines
Seminars konnten mit Studenten die
Fassaden des Gebäudekomplexes
Schlossberg 11 in Quedlinburg fotogrammetrisch
erfasst und später in
AutoCAD maßstäblich umzeichnet
werden (Abb. 15). Mit Hilfe der Aufmaßsoftware
TachyCAD können
diese Messdaten in das Programm
metigo 2D exportiert werden.
Dies hat folgende Vorteile: bei einer
maßstabsgerechten Fotoentzerrung
ist eine höhere Genauigkeit zu erwarten
und bei der Aufnahme mehrerer
Bildabschnitte ist in der Weiterführung
eine digitale Bildmontage
auf der Grundlage eines einheitlichen
Koordinatensystems mit der
Programmapplikation metigo MON
möglich.
Das Ergebnis der Entzerrung mit metigo
2D ist ein maßstäblicher Bildplan,
welcher die Zustandsdokumentation
mit der geometrisch
genauen Objektinformation verbindet.
Eine steingerechte Kartierung
an Massivbauten sowohl im Innenals
auch im Außenbereich, eine
maßstäbliche verformungsgerechte
Aufnahme einer Fachwerkfassade
aber auch die maßstabsgetreue detailreiche Darstellung von Wand-
Fußboden- oder Deckenabschnitten
können so gewährleistet werden. Daher
findet die digitale Bildentzerrung
besonders in der Bauforschung,
Denkmalpflege und Restaurierung
ihre Anwendung. Auch für die Bauplanung
bilden diese Unterlagen
eine wichtige Grundlage.
Am Ende dient nicht nur das entzerrte
Foto als Informationsträger. Es
wird auch maßstäblich in ein Auto-
CAD-Zeichenprogramm importiert
und umzeichnet bzw. die vorhandene
Zeichnung in ihren Details vervollständigt.
In der Ansicht sichtbare
Fugenverläufe von Baufugen verschiedener
Bauphasen und zugesetzter
Öffnungen werden in die
Grundrisspläne übertragen. Dabei
ist das zu Beginn der Bestandsaufnahme
eingerichtete Koordinatennetz
hilfreich. Mit Hilfe der digitalen
Fotoentzerrung wurde am Schlossberg
11 eine komplette Fassadenabwicklung
erstellt. Die Fotos wurden
anschließend maßstabsgetreu
umzeichnet und fanden in den folgenden
Bearbeitungsgebieten ihre
Anwendung: In der Bauforschung
wurde das Baualter der Außenkubatur
des Gebäudes bestimmt und
in den Ansichten kartiert. Im weiteren
Planverlauf erfolgte eine Schadenskartierung
der Gefache, welche
ebenfalls gleich vor Ort in die
Zeichnungen eingetragen wurde 10.
Anhand dieser Kartierung konnte ermittelt
werden, welche Holzbauteile
bzw. Ausfachungen vollständig zu
erneuern oder nur teilweise auszutauschen
sind.
Im Sinne des Bauherrn kann somit
eine Kostenoptimierung erzielt werden.
Die Sanierungsplanung profitiert
ebenfalls von den auf der
Grundlage der vorgenannten Aufmaßmethoden
erstellten Zeichnungen,
da sie die Basis für die Neugestaltung
der Fassade bildet.
1 Knopp, G., Nussbaum, N., Jacobs, U.: „Bauforschung – Dokumentation und Auswertung“, Rheinland-Verlag, Köln 19924
2 Naumann, D, DFWZ QLB: Bauhistorische Untersuchung Schlossberg 11, Quedlinburg 2007/2008, Bauforschungsbericht, S.3
3 Der Name leitet sich vom Rauch der offenen Feuerstelle ab, welcher das Mauerwerk und das Gewölbe über der Kochstelle und der darüber befindlichen Lehmglocke (Rauchabzug) schwärzte. (http://www.dorfkate-falkenberg-berlin.de/dorfkate/kueche.html)
4 CAD „Computer Aided Design“ = computergestütztes Zeichnen bzw. Konstruieren
5 Eckstein, G.: „Empfehlungen für Baudokumentationen“, Arbeitsheft 7, Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, Konrad Theiss Verlag Stuttgart 1999, 2. überarb. Fassung 2003
6 Naumann, D.: Bauhistorische Untersuchung Schlossberg 11, Quedlinburg 2007/2008, Raumbuch Vorderhaus, Dachgeschoss
7 Ingenieurbüro für Baustatik P. Deutschbein, Statik S. 75 ff, 2009
8 Cramer, J.: Bauforschung als Sanierungsvorbereitung; in: Denkmalpflege in Sachsen-Anhalt 1/1998, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, 1998
9 Durch das Einmessen vorhandener Passpunkte wird ein räumlicher Bezug hergestellt. (siehe auch Kapitel „Aufmaß mittels elektronischem Tachymeter“)
10 siehe auch Abschnitt Schadenskartierung
Archivuntersuchung
Bestandteile der bauhistorischen Untersuchungen
eines historischen Gebäudes
sind die Literaturauswertung,
eine Sichtung und Erfassung
der Schriftquellen sowie des Bildund
Planmaterials.
Eine Akteneinsicht parallel zur Befunderhebung
vor Ort und noch vor
Beginn der Sanierungsmaßnahme
zur Klärung der geschichtlichen und
baulichen Zusammenhänge kann
mehrere Vorteile erbringen. Die Auswertung
der Archivalien ermöglicht
eine erste Bewertung der vorhandenen
Bausubstanz. Die Kenntnis
der historischen Bausubstanz wiederum
besitzt nicht nur eine kulturhistorisch
bedeutsame Relevanz,
sondern bestimmt den Umgang mit
dem gesamten Gebäude im Laufe
der Sanierungsarbeiten. Geplante
Gebäudeerschließungen müssen
dann verändert werden, wenn unvorhergesehene
Befunde im
Wand-, Decken- und Fußbodenbereich
freigelegt werden, welche auf
älteren Fotografien und Plänen
durchaus noch sichtbar waren. Die
Kenntnis der Substanz verhindert ein
Umplanen im Sanierungsprozess.
Wo finde ich was
Die Archivalien sind meist auf verschiedene
Archive verteilt.
Unterlagen zu einem privaten historischen
Fachwerkbau können sich
im Stadtarchiv oder auch Kreisarchiv
der Gemeinde sowie dem Landesdenkmalamt
befinden. In einigen
Städten gibt es auch ein
Bauarchiv, unmittelbar dem Planungsamt
des Ortes oder der Stadtverwaltung
zugeordnet. Für Bauten
der öffentlichen Hand oder auch
Schlossbauten befinden sich die Bestände
weiterhin in Landeshauptarchiven
oder auch in Privatarchiven.
Zu beachten ist die unterschiedliche
historische Gebietszugehörigkeit
eines Gebäudes sowie der
Wechsel der Eigentumsverhältnisse.
Beide Kriterien entscheiden über
die Zuordnung und Ablage der Aktenbestände.
So konnten z.B. Bauakten, historische
Pläne und Fotografien für das
Schloss Stolberg, im ehemaligen Besitz
der Fürsten Stolberg-Stolberg, in
verschiedenen Archiven aufgefunden
werden. Schlossinventare, Rentalrechnungen,
Bauakten, Baurechnungen,
Inventare nach Besitzerwechsel
und historische Bestandspläne
befanden sich für die Zeit des
15. bis 18. Jahrhunderts im Landeshauptarchiv
Sachsen-Anhalt, Abteilung
Magdeburg, Standort Wernigerode.
Bauakten und historische
Fotografien für die Zeit nach 1945
konnten im Kreisarchiv Sangerhausen
sowie ein umfangreicher Bildund
Postkartenbestand im Museum
der Stadt Stolberg eingesehen werden.
Weitere Bildbestände besaß
das Landesamt für Denkmalpflege
und Archäologie in Halle.
Bei Privatbauten ist die Suche nach
historischen Plänen und Fotografien
meist auf wenige Archive beschränkt,
dennoch teilweise sehr
zeitintensiv, da viele historische
Quellen sich bei ehemaligen und
heutigen Eigentümern befinden. Bei
einem Fachwerkbau in Osterwieck
konnten Bauanzeigen über Bauveränderungen
im 19. Jahrhundert in
den Akten der Baupolizei im Stadtarchiv
Osterwieck und im Kreisarchiv
Halberstadt gesichtet werden.
Der ältere Aktenbestand aus dem
18. Jahrhundert befand sich mit Inventaren
und Kaufverträgen im Landeshauptarchiv
Sachsen-Anhalt in
Wernigerode. Das Privatarchiv der
Familie, bis zum 18. Jahrhundert gehörte
der Bau einer Adelsfamilie,
war nicht überliefert.
Was steht wofür
Historische Bestandspläne eines Gebäudes
liefern Aussagen über ältere
Raumstrukturen sowie deren historische
Nutzung, die im Bestand
durch nachträgliche Verkleidungen
der Oberfläche so nicht mehr ablesbar
sind. Diese Hinweise bilden
eine erste Grundlage für weitere
notwendige Untersuchungsschritte
vor Ort, z.B. der Befunduntersuchung
mittels Stratigraphie eines Raumes.
Des Weiteren können historische
Pläne Aussagen liefern über den ursprünglich
geplanten, letztendlich
nicht ausgeführten Bauzustand.
Historische Fotografien und Gemälde
können hingegen einen älteren,
heute stark veränderten Bauzustand
wiedergeben, der Anhaltspunkte
für die Wiederherstellung im
Rahmen der Sanierung liefert. So
schaffen historische Gemälde und
Fotografien einen Einblick in das ursprüngliche
Aussehen der Gebäude.
Unter Bewahrung der historisch
gewachsenen Substanz kann
in Einzelbereichen dieses Erscheinungsbild
als Grundlage für die Restaurierung
dienen.
Handschriftliche Quellen wie Baukontrakte,
Rechnungen, Inventare
geben einen Einblick in den Entstehungsprozess
eines Gebäudes und
dessen Nutzungsgeschichte. Somit
ermöglichen handschriftliche Quellen
die Datierung einzelner Bauabschnitte,
liefern Aussagen über die
Nutzung eines Raumes sowie die
durch Nutzungswechsel bedingten
baulichen Änderungen und benennen
Künstler, Baumeister und
Handwerker, die in dem Gebäude
tätig waren.
So stand die Veränderung der äußeren
Gestalt des Schlosses in Stolberg
im Laufe der Sanierung 2003
zur Diskussion. Das Eingangstor des
Schlosses präsentiert sich heute in
der Gestalt von 1953 - nach dem
Umbau zum Lehrergewerkschaftsheim.
Die Inschrift „Lehrergewerkschaftsheim
Commenius“ ist am Portal
noch erkennbar. Entwurfszeichnungen
von 1946 und Fotografien
von 1917 zeigen jedoch, dass 1953
lediglich die Skulpturen des Tores –
zwei Hirsche flankieren den Fürstenhut
– entfernt wurden, die architektonische
Gestalt aber dem Aufbau
des 19. Jahrhunderts noch weitestgehend
entspricht. Das Tor verbleibt
nun in der geschichtlich überlieferten
Gestalt (Abb. 1).
Quellen
Ein weiteres wichtiges Zeugnis aus
der Umbauphase des 18. Jahrhunderts
ist unter anderem die Treppe
im Fürstenflügel des Schlosses.
Durch die zentrale Lage im Schloss
dient sie der Haupterschließung des
Obergeschosses und der repräsentativen
Räume wie z. B. dem Empfangssaal
und dem Großen Tafelsaal.
Die Datierung und Einordnung
der historischen Substanz der
Treppe war nicht geklärt.
Die Umbauplanung zum Hotel aus
dem Jahre 1994 sah den Abriss wesentlicher
Teile dieses sehr gut erhaltenen,
denkmalpflegerisch und
bauhistorisch wertvollen Bauteils vor.
Nach dem Besitzerwechsel 2002
übernahm die Deutsche Stiftung
Denkmalschutz das Schloss. Zu diesem
Zeitpunkt lagerten bereits Fragmente
des unteren Laufes der Treppenanlage
in einem der Räume.
Die seit 2002 durchgeführte Bauforschung
am Schloss begann mit der
Sichtung der Aktenbestände. Dies
ergab, dass die Haupttreppe vornehmlich
in den Jahren 1708/09 erbaut
wurde. Ein nahezu wörtlich umgesetzter,
in 12 Punkten gegliederter
Kontrakt zwischen dem regierenden
Grafen Christoph Friedrich und dem
Baumeister legte die Ausführung
der Treppe, die Ausstattung mit
Skulpturen sowie die Gesteinsauswahl
genau fest. 1Selbst die Steigung
und das Schrittmaß der
Treppe wurden im Kontrakt mit 13
Stufen zu den beiden Podesten festgelegt
und so auch ausgeführt. Historische
Aufnahmen von 1917 aus
Messbildarchiven und Privatalben
der Fürstenfamilie zeigen das in
dem Baukontrakt festgelegte Skulpturenprogramm.
Die Schutzgöttin
Athene stand auf dem untersten Podest.
Herkules mit Löwenfell auf dem
oberen Podest war von zwei an den
Treppenhauswänden stehenden
kindlichen Skulpturen umgeben. Auf
der Fensterseite standen überlebensgroß
Juno und Jupiter. Die Skulpturen
wurden 1950 zerstört. Nur noch
Reste der Skulpturen, wie der Torso
von Pallas Athene konnten bei Aufräumarbeiten
geborgen werden.
Bezeugt und datiert der Kontrakt
von 1708 die bauliche Ausführung
des Treppenhauses, die historischen
Aufnahmen die künstlerische Umsetzung
der Skulpturen, so verweist
ein weiterer Kontrakt auf den Künstler,
der das gesamte Schloss ausmalte.
Die Freilegungsarbeiten der
Restauratoren bestätigten die archivarischen
Kontrakte.
[…] auf Befehl des hochgeborenen
Graffen und Herren, Herr Christoph
Friedrichen Graffen zu Stolberg und
[…] mit dem Mahler Francisco Aprill
dergestalt gehandelt worden, da er
auf hießiges Schloß … an [Gemälden]
70 stücken al fresco machen
[…]. Beliebet, ist dieser Kontrakt […]
vor uns unterschrieben worden, Stolberg
den 23 July 1710 Francisco
Aprill 2
So zeigte sich nach Freilegung der
Wandflächen durch die Restauratoren,
dass die Skulpturen nicht in
einem aus Stein gemauerten Treppenhaus,
sondern in Einheit mit der
Ausmalung inmitten eines Pavillons
stehen. An den Pilastern selber lehnten
die kindlichen Skulpturen des
Baumeisters Buchau. Anhand der
Abbruchstellen an den Seitenwänden
ist der ehemalige Standort
noch deutlich wahrnehmbar. Auf
der rechten Seite wurde das kommende
Leben mit einer schlafenden
schwangeren Frau mit einem
sie segnenden Putto dargestellt. Auf
der gegenüberliegenden Seite sind
eine Palme, eine Zeder, drei Zypressen
und ein Lorbeerbaum, als Zeichen
der Trauer oder auch Sinnbild
des ewigen Lebens zu sehen. Nach
erfolgreicher Sanierung von Seiten
der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
ist das Treppenhaus wieder
hergestellt.
Fotografien
Ein weiterer in der Bauforschung untersuchter
Bau ist der Fachwerkbau
Breite Str. 51/52 in Quedlinburg. Das
in städtebaulich markanter Lage
stehende, große Fachwerkhaus
diente gleichzeitig als Durchgangsbereich
zu den angrenzenden
Grundstücksflächen und war das
Gildehaus der Schuhmacher und
Gerber. Seine ehemalige Bedeutung
und damit verbunden das
prachtvolle Aussehen des Gebäudes
erschließt sich einem heute
nicht mehr auf den ersten Blick. Allerdings
zeigen dies noch historische
Postkarten und Gemälde des Gebäudes.
Das dreistöckige, auskragende
Fachwerkhaus wurde 1553 erbaut. 3
Die wenigen heute noch erhaltenen
Fußwinkelhölzer seitlich der
Ständer mit Fächerrosetten, fehlende
Schiffskehlen in den Schwellund
Füllhölzern und abgeschnittene,
ursprünglich mit Walzenprofilen
geschmückte Deckenbalken
verweisen auf die Bauzeit der Renaissance
und die in den nachfolgenden
Jahrhunderten erfolgten
umfangreichen Umbaumaßnahmen.
Dazu gehören auch die zahlreichen
Veränderungen des Parterres
mit den großen Schaufensteranlagen,
getrennt für zwei Geschäftsinhaber.
4
Ein historisches Gemälde des Zeichenlehrers
und Malers Spitzmann 5
Anfang des 20. Jahrhunderts gemalt,
zeigt den bauzeitlichen Zustand,
der sich mit den noch vorhandenen
Baubefunden überdeckt.
Die Genauigkeit des Aquarells
lässt sich im Vergleich mit dem
heutigen Bau an vielen Punkten bestätigen.
Die im Aquarell dargestellte
Ladeluke ist auf der Innenseite
des Dachwerkes noch
erhalten. Die Lage des in der historischen
Abbildung dargestellten Erkers
ist identisch mit den Befunden
am heutigen Bau mit den in diesem
Bereich zurück geschnittenen Deckenbalken
und die hier fehlenden
Schiffskehlen und Füllhölzer. Das
Fachwerkhaus besaß demnach in
der nördlichen Achse einen zwei
Gefache breiten Erker. Der Erker
ruhte sowohl auf den Deckenbalken
als auch auf einem großen
Stelzfuß mit Kopfstreben. Dieses
städtebaulich markante Architekturdetail
wurde nicht nur allein auf
zwei uns heute bekannten Gemälden
des 19. Jahrhunderts dargestellt,
sondern gab dem Ort auch
den Namen „horn“, das übersetzt
„an der Ecke“ bedeutet. 6
Pläne
Bei einem weiteren 1697 errichteten
Fachwerkgebäude, der ehemaligen
Johannesschule 7im Besitz der
Stadt Halberstadt, ermöglichte der
Grundrissplan aus dem Jahre 1862
die Kartierung der bauzeitlichen
Wände vor Ort und benannte die
Nutzung der einzelnen Räume. So
konnte der bauzeitliche Grundriss
im Erd- und Obergeschoss unter Einbeziehung
der baulichen Befunde
vor Ort anhand der bauzeitlichen
Mittellängswand und der mittig im
6. Gebinde von Ost nach West
spannenden Querwand, in zwei
große Raumeinheiten zum Innenhof
und zwei kleineren Raumeinheiten
zur Straßenfassade mit davor liegendem
Treppenhaus rekonstruiert
werden. Zudem bezeichnet der historische
Plan einen im nördlichen
Bereich des Erdgeschosses gelegenen,
annähernd quadratischen,
großen Raum – noch als Klassenraum.
Alle nachträglichen Wandeinbauten
in diesem Raum erfolgten
im Rahmen der Umnutzung zu
Wohnzwecken. Die archivarischen
Quellen, wie z. B. die historischen
Pläne bezeugen hiermit die Nutzung
des Fachwerkbaus als Schule
und ordnen das Gebäude in seinem
baugeschichtlichen Wert neu
ein. Es ist der älteste erhaltene Schulbau
Halberstadts.
1 RepHSt-StBOrtsch.SchloßStolberg Nr.1I, fol. 117
2 LHASA, MD, Rep. H. Stolberg-Stolberg B, Schloß Stolberg Nr. 3, Bl. 1r-2r
3 Kleemann, Selmar, Kulturgeschichtliche Bilder aus Quedlinburgs Vergangenheit, Bd. 2, Quedlinburg, 1922, S. 142
4 Bauarchiv Stadt Qlb., A. M. Qlb., Bd. I, 1892, Breite Straße 51, fol. 1 + fol. 404
5 Spitzmann, Johannes (Dr.), geboren 1884 gest. 1861,
Zeichenlehrer, Maler und Restaurator, ab 1920 in Quedlinburg
lebend, im Alter von 50 Jahren zum Dr. phil.
promoviert. In Literaria Nr. 39/Juni 1939. Mit freundlicher
Unterstützung von Frau Reizammer, Städtische Museen
Qlb
6 Kleemann, Selmar, Kulturgeschichtliche Bilder aus Quedlinburgs Vergangenheit, Bd. 2, Quedlinburg, 1922, S. 142
7 Eggeling Fritz: Die Halberstädter Schulen- Früher und Heute, Ein Beitrag zur Geschichte des Schulwesens der Stadt Halberstadt, Halberstadt 1962, S. 10
Ein historisch wertvolles Gebäude
wird auf Veranlassung des Bauherrn,
bzw. des Eigentümers oder
den Denkmalschutzbehörden in Abstimmung
mit dem Landesamt für
Denkmalpflege und Archäologie
Sachsen-Anhalt baugeschichtlich
untersucht. Die Analyse der vorhandenen
Bausubstanz unter Heranziehung
und Auswertung aller verfügbaren
Quellen und die
Dokumentation vor Ort sollen Erkenntnisse
über Art und Umfang der
älteren meist durch jüngere Einbauten
verborgene baulichen
Reste sowie Aufschlüsse über die
noch nicht erforschten Bereiche erbringen. 1 Die Ergebnisse der Untersuchungen
dienen der Erhaltung
des historischen Gebäudes, insbesondere
seiner historischen Teile und
sind Bestandteil der Sanierungsplanung.
Die so genannte Bauforschung
sollte im weiteren Verlauf
als Grundlage für eine Substanz
schonende, denkmalgerechte Sanierung
dienen.
Befunderhebung vor Ort – Beobachtende Gefügeuntersuchung
Die Befunderhebung am historischen
Bestand erfolgt zunächst
durch genaue Beobachtung und
Erfassung der sichtbaren baulichen
Struktur. Stilistische und konstruktive
Merkmale der Bauteile, mit Steinmetz-
und Abbundzeichen, Material,
Steinformate, Ausbildung der
Baufugen geben einen wichtigen
Aufschluss über die Einordnung eines
Gebäudes in Bauphasen.
So befanden sich in der Kapelle im
Schloss Stolberg Steinmetzzeichen
an den Schlusssteinen des Netzrippen-
und Sternrippengewölbes, die
sich an den Sandsteingewänden
der Türöffnungen sowie den Fenstergewänden
im Turmbereich wiederholten.
Die Steinmetzzeichen
(Zeichen des Steinmetzes, der den
Stein anfertigte) kennzeichnen die
Bauteile der Umbauphase um 1550,
und dienten im Mittelalter und der
Renaissance der Organisation einer
Baustelle.
Weiterhin ermöglichen stilistische
Merkmale, Bauteile in Bauphasen/
Bauzeiten einzuordnen. So
konnte der Stuck im Treppenhaus
im Schloss Stolberg analog der Errichtung
der Treppenanlage, der
Zeit des barocken Umbaus zugeordnet
werden. Der Deckenaufbau
– Bohlen mit gebündeltem Stroh
und Lehm als Putzträger sowie den
mit schmiedeeisernen Nägeln befestigten
Stuck – die Form - symmetrische
Aufteilung der Fläche, halbrunde
Stuckprofile – die Schmuckformen
– Akanthusblätter von Voluten
gerahmt sowie Blattranken mit
Eichenlaub und Eicheln sowie die
Ausmalung – ein Freskogemälde –
datierten die Stuckplafonds in den
Anfang des 18. Jahrhunderts. Eine
Rechnung belegte zudem die Ausmalung,
1710 sollte Francisco April
zwei Plafonds im Treppenhaus ausmalen. 2
Stratigrafische Gefügeuntersuchungen
Die Stratigraphie, das schichtenweise
Anlegen von Suchfenstern,
sind für die Untersuchung verputzter
oder verkleideter Bauteile ein hilfreiches
Arbeitsmittel, konstruktive und
wichtige bauliche Befunde zu kennzeichnen.
Durch gezielt angelegte
Suchfenster mit dem Skalpell in den
einzelnen Bauteilen werden Kenntnisse
erlangt, die vom freigelegten
Befund auf die Struktur des baulichen
Gefüges, z.B. einer Wand,
schließen lassen. 3
Die Grundrissstruktur der Barockzeit
der Hühnerbrücke 4, dem ältesten
erhaltenen Schulgebäude Halberstadts,
konnte in ihrem bauzeitlichen
Gefüge kartiert werden. So zeigten
die Räume im Obergeschoss nach
Freilegung jüngerer Putzschichten
Fachwerkwände mit 20-23 cm breiten
Ständern in Schwell und Rähm
gezapft. Die in die Ständer einzapfenden
Riegel wurden von Streben
überblattet. Freigelegte Abbundzeichen
in der Form römischer Nummern
bestätigen den einheitlichen
Abbund. Die Gefache füllen Stakenhölzer
mit Strohlehmputz mit einem
dünnen Kalkputz mit Fassungsresten.
Die bauzeitliche Fassung,
dunkel gefasste Hölzer und Begleiter
in 2–3 cm Stärke, waren bei einigen Gefachen
noch sichtbar.
Große Freilegungen erfolgen meist
ganz ohne zutun der Bauforscher
im Rahmen der Sanierungsarbeiten.
In dem aus dem 16. Jahrhundert
stammenden Fachwerkhaus Pölle
48 in Quedlinburg wurde im Rahmen
der Sanierungsarbeiten von
den begleitenden Restauratoren
eine bauzeitliche Planzeichnung
freigelegt. Es stellt eine schematische
Konstruktionszeichnung eines
Fachwerkgefüges, offensichtlich
von einem Zimmermann gezeichnet,
dar. Bereits seit dem Mittelalter
sind so genannte Werkrisse auf der
Baustelle bekannt, die jedoch nur
noch selten überliefert sind. Somit
zählt die schematische Konstruktionszeichnung
der Pölle 48 zu den
Raritäten der noch vorhandenen
Werkrisse vergangener Jahrhunderte.
4 Die Gefachmalerei auf
Lehmflechtwerk und einer dünnen
Lehmputzschicht wurde mit einer roten
Farbfassung gemalt. Sie zeigt
drei nicht maßstäbliche Giebelansichten
offensichtlich des gerade zu
bauenden Gebäudes. Die einzelnen
Geschosse weisen eine Ständer-
Riegelkonstruktion mit überblattenden
und einzapfenden Streben,
teilweise zwei Geschosse überspannend,
auf. Das Giebeldreieck
schließt mit sich kreuzenden Streben.
Lediglich die Eingangssituation
ist nicht der gebauten Situation entsprechend.
Das Gefach wurde auf
Wunsch der Bauherren ausgebaut
und der Ausstellung des Fachwerkzentrums
zur Verfügung gestellt.
Auch im Fürstenflügel des Stolberger
Schlosses wurden beim Einbau
eines Fahrstuhlschachtes Raumstrukturen
aus dem Mittelalter freigelegt,
die seit der Barockzeit zwischen
der Decke des Erdgeschosses
und dem Fußboden des 1.
Obergeschosses verborgen waren.
So befanden sich unter dem Fußboden
des Fürstlichen Schlafzimmers
zwei langrechteckige,
schmale mit einer massiven Wand
unterteilte Räume. Den Deckenabschluss
bildeten steil verlaufende
Kreuzgratgewölbe, deren Gewölbezwickel
noch erhalten sind.
Der östliche der beiden Räume
wurde im Mittelalter von einer großen
Fensteröffnung in der südlichen
Außenwand belichtet. Im Norden
schloss der Raum mit einer Trennwand
und einer Tür die zu den angrenzenden
Räumen führte. An
dem Türgewände waren der Türkloben
und ein Schließhaken noch vorhanden.
Der Bodenbelag des Raumes
bestand aus einem Gipsestrich
mit Ziegelsteinen und Schieferplatten.
Das darunter liegende Tonnengewölbe
wurde nachträglich im 16.
Jahrhundert eingezogen. Lediglich
einige Schiefer- und Bruchsteine des
Gewölbes zahnen in die Wand ein.
Im oberen Bereich hingegen wurde
die Gewölbekappe gegen die vorhandenen
Putz- und Fassungsschichten
gesetzt. Ursprünglich besaß
der Raum eine Balkendecke.
Ein Konsolstein der Balkendecke war
in dem in der Barockzeit ausgeführten
Kaminschacht erhalten geblieben.
Die stratigrafische Untersuchung
ergab – im Mittelalter
besaßen die Räume eine Balkendecke,
im 16. Jahrhundert erfolgte
der Einbau einer Tonne, im 18. Jahrhundert
wurde der Raum aufgegeben.
Der Raum diente in der Renaissance
als Laboratorium. 5
Die Befunderhebung diente der Dokumentation
und floss in die Sanierungskonzeption
ein. Der Einbau des
Fahrstuhls führte zur Wegnahme eines
Teils des Gewölbes im Durchfahrtsbereich,
die Umfassungswände
blieben erhalten.
Im Laufe der Bauforschungsarbeiten
konnten in den St. Jakobihäusern
1-2 in Lübeck wertvolle Wandeinbauten
und Malereien aus
verschiedenen Jahrhunderten freigelegt
werden. Wichtige Bestandteile
der Untersuchung waren die
Brandwände der Gebäude, um im
Falle neu zu planender Erschließungen
nicht die Zerstörung wertvoller
Befunde zu riskieren und um alte Erschließungswege
wieder freizulegen
- ein Planen im Bestand.
Im Haus Jakobikirchhof 2, welches
bis zum 19. Jahrhundert als Schulbau
genutzt wurde, konnte durch
gezielt angelegte Suchschnitte an
der Brandwand zwischen Haus 1
und 2, der alte Westgiebel aus dem
13. Jahrhundert mit vier gotischen
Fensteröffnungen der mittelalterlichen
Lateinschule freigelegt werden.
Der Giebel besaß im Obergeschoss
drei in gleichmäßigen
Abständen zueinander angeordnete
spitzbogige Fenster mit Putzfassungen
und im Erdgeschoss eine
schmale Türöffnung. Eine nachträglich,
vermutlich im 16. Jahrhundert
eingebrochene und wieder verschlossene
bogenförmige Öffnung
bietet nun die Option beide Bauten
miteinander zu verbinden ohne den
mittelalterlichen Giebel zu beschädigen.
Ebenso besaß eine freigelegte barocke
Fachwerkwand im Obergeschoss
zu Jakobikirchhof Nr. 3 eine
Anfang des 20. Jahrhunderts verschlossene
Türöffnung, die nun mit
der Nutzung der Bauten als Gemeinderäume
wieder geöffnet werden
kann.
Weitere wertvolle Befunde traten
auch in dem angrenzenden Nachbarhaus,
der Wohnung des Organisten
der St. Jakobigemeinde, zu
Tage. Das Dachwerk des Hauses
stammt aus dem Jahre 1361(d). 6 Die
Nutzung als Ferienwohnung hatte
zur Verkleidung der Wandflächen
mit Hartfaserplatten geführt. Nach
Abnahme dieser während der Bauuntersuchung
trat eine bunte Mischung
unterschiedlicher Bauzeiten
durch die Jahrhunderte mit umfangreichen
Fassungsbefunden zutage.
So bestanden im Erdgeschoss von
Haus 1 die westlichen, östlichen und
südlichen Umfassungswände, erkennbar
an Steinformaten und Ausbildung
der Mörtelfugen, aus dem
Mittelalter. Im nördlichen Bereich
zum Kobergplatz wurden umfangreiche
Veränderungen in der Barockzeit
und dem 19. Jahrhundert
vorgenommen. Die mittig in der
Diele eingebaute Küche der Ferienwohnung
zeigte bei der Untersuchung
der Wände ein umlaufendes
Wandpaneel des 17. Jahrhunderts.
Das Wandpaneel, eine Rahmenfüllungskonstruktion
mit profilierten Zierleisten,
wurde mittig durch eine doppelreihige
Anlage von kleinen
Binnenfenstern geöffnet, die ursprünglich
mit Stützkloben an den
hölzernen Rahmen befestigt waren.
Dieses wertvolle Paneel war durch
Holzbohlen beidseitig verkleidet und
mit einem jungen Kalksandputz verputzt.
Die geringe Wandstärke hätte
leicht zur Annahme führen können,
dass es sich hier um eine junge
Wandkonstruktion handelt.
Auch im Obergeschoss schlummerten
viele baugeschichtlich interessante
Befunde hinter den Hartfaserplatten.
Der südwestlich gelegene
Raum im Obergeschoss, mit einem
trapezartigen Grundriss, entstand
unter Einbeziehung der einstigen
mittelalterlichen, aus dem 13. Jahrhundert
stammenden, Giebelwand.
Der Giebel, mit Ziegelsteinen und
Fugenritzung in Kalkmörtel wurde nicht im Verband mit der
nördlichen Außenwand aufgemauert.
Putzfassungen
auf dem westlichen Giebel,
im Bereich der anstoßenden südlichen
um 1360 errichteten Mauer, erlauben
eine Datierung vor 1360. Das
Mauerwerk des Giebels ist mit einer
Steinmalerei mit doppeltem Fugenstrich
in zinnoberrot auf weißem
Grund überzogen. Im südlichen Bereich
der Giebelwand konnte eine
segmentbogenförmige Türöffnung
freigelegt werden. Diese wurde mit
dem Einbau einer kleinen Wandnische
bereits im 16. Jahrhundert geschlossen
und durch den Einbau eines
barocken Türdurchgangs
teilweise zerstört. Der barocke
Durchgang kann nun der Erschließung
von Haus 2 und dem in der Barockzeit
erfolgten Anbau dienen.
Raumbuch
Die bei einem historischen Bau erforderliche,
umfangreiche Dokumentation
des historischen Gefüges
wird neben der zeichnerischen Darstellung
und einer begleitenden fotografischen
Erfassung schriftlich in
einem Raumbuch abgelegt.
Vor der Erstellung des Raumbuches
erhalten die einzelnen Räume mit
Angabe des Geschosses (-1=KG,
0=EG, 1=1.OG) eine systematisch Numerierung
(z. B. 1.5 = Raum 5 im 1.
OG). Die Wände pro Raum werden
mit den Kleinbuchstaben a–d gekennzeichnet,
wobei man mit der Bezeichnung
der Wände immer bei
der nach Norden gerichteten Wand
beginnt und im Uhrzeigersinn fortfährt.
Fenster und Türöffnungen können
mit einem F und T zusätzlich gekennzeichnet
werden. Die Befunde
erhalten fortlaufende Nummern, auf
die sich die schriftliche, zeichnerische
und fotografische Dokumentation
bezieht. Ein weiteres Kriterium ist
die Untergliederung eines Gebäudes
nach Bauteilebenen, im Sinne
eines übergeordneten Koordinatensystems.
Eine genaue Wiedergabe des historischen
Gefüges umfasst die Konstruktion,
die Bestimmung des verwendeten
Materials, Steinmetz– und
Abbundzeichen, Oberflächenfassungen
sowie Schäden der Bausubstanz.
Die freigelegten Befunde
werden mit Maßstab fotografiert
bzw. zeichnerisch mittels Handaufmaß
und Tachymeter eingemessen
und in die Bestandspläne übertragen. 7 Das Raumbuch liefert somit
Auskunft bezüglich der bauzeitlichen
Stellung der Wand, dem konstruktiven
Aufbau und den Oberflächenbefunden.
Auswertung / Bauphasenkartierung
Die im Raumbuch beschriebenen
Befunde werden im nächsten Arbeitsschritt
ausgewertet. Eine Datierung
der Bauphasen kann zudem
durch die Ergebnisse der Auswertung
vorhandener Schrift- und Bildquellen,
der historischen Pläne sowie
der Dendrochronologie erfolgen. Einen
wichtigen Bestandteil bildet natürlich
die Stratigraphie. So ergab der
Einbau des Gewölbes im Laboratorium
des Stolberger Schlosses im unmittelbaren
Zusammenhang mit
dem Einbau einer Türöffnung mit
Sandsteingewände, eine stilistische
Zuordnung in das 16. Jahrhundert.
Anhand dieser Informationen wird
eine zeitliche Abfolge erstellt, die wiederum
Grundlage für die Einordnung
der Bauphasen in verschiedene
Zeitstufen bildet. Die farbig
angelegten unterschiedlichen Bauphasen
in den Plänen ermöglichen
eine Rekonstruktion der bauzeitlichen
Grundrisssituation und kennzeichnen
spätere Veränderungen.
Ergebnisbericht
Abschließend werden die Ergebnisse
der Bauuntersuchungen mit
den archivalischen Quellen als Beleg
in einem Bericht zusammengefasst.
Dieser Ergebnisbericht fasst
alle Epochen der Bau- und Nutzungsgeschichte
eines Gebäudes
zusammen. In den weiteren Sanierungsschritten
muss dann die Befunderhebung
berücksichtigt werden
und über den unbedingten
oder möglichen Erhalt der Bausubstanz
entschieden werden.
1 Schmitt, R.: Zum Umbau des Schlosses Stolberg / Harz im zweiten Viertel des 16.Jahrhunderts, in: Beiträge zur Renaissance zwischen 1520 – 1570, Reihe: Materialien zur Kunst- und Kulturgeschichte in Nord- und Westdeutschland Bd. 2, Marburg, 1991
2 LHASA, MD, Rep. H. Stolberg-Stolberg B, Schloß Stolberg Nr. 3, Bl. 1r-2r
3 Eckstein, Günther: Empfehlungen für Baudokumentationen, Stuttgart, Konrad Theiss Verlag GmbH, 1999, S. 48
4 Müller, W., Grundlagen gotischer Bautechnik, Planzeichnung und Bauwerk, München, 1990, S. 19-20
5 LHASA, MD, Rep. H Stolberg-Stolberg BI Nr. 72 II, Bl. 18 v.
6 Die dendrochronologischen Untersuchungen wurden
von der Universität Hamburg durchgeführt, Fachbereich
für Biologie, Zentrum Holzwirtschaft, Abteilung
Holzbiologie, S. Wrobel (Dipl.-Holzwirt)
7 Siehe Kapitel „Aufmaß mittels elektronischem Tachymeter“ Klein, Ulrich / Gerner, Manfred (Hrsg): Bauaufnahme und Dokumentation, Stuttgart München Deutsche Verlagsanstalt, 2001
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Abb. 1: Handaufmaß mittels Schnurgerüst in der Goldstraße 25 (DFWZ QLB)
Abb. 2: Erstellen der Bestandspläne am Reißbrett (DFWZ QLB)
Abb. 3: Grundriss und Längsschnitt der Goldstraße 25 in Quedlinburg, halbverformungsgetreu (DFWZ QLB)
Abb. 4: Verformungsgetreue Zeichnung der Hofansicht Schlossberg 11 in Quedlinburg, erkennbar die Verformungen des Schwellholzes über der Tordurchfahrt und zerstörte Gefachfelder (DFWZ QLB)
Abb. 5: Verformungsgetreue Zeichnung der Straßenansicht Schlossberg 11, Qlb. Erkennbar die Versprünge im Mauerwerk und eine teilweise Steinkartierung (rot gekennzeichnet) (DFWZ QLB)
Abb. 6 Raum mit massiven Wänden und Rußschwärzung weist auf eine Nutzung als Schwarze Küche hin (DFWZ QLB)
Abb. 7 Gebäudeaufmaß mittels Tachymeter (DFWZ QLB)
Abb. 8 Skizze zum Grundprinzip des Gebäudeaufmaßes (DFWZ QLB)
Abb. 9–10 Verformungegetreues Gebäudeaufmaß am Bsp. Schlossberg 11 oben: Grundriss EG, unten: Längsschnitt (DFWZ QLB)
Abb. 13 Ausgrabungen im Kellergeschoss, Schlossberg 11 Qlb (DFWZ QLB)
Abb. 14 Querschnitt des Dachstuhls Schlossberg 11, QLB, Kehlbalkendach mit kombiniertem liegenden und nachträglichen stehenden Stuhl (DFWZ QLB)
Abb. 15 Vorher-Nachher-Beispiel der Fotoentzerrung am Haus Schlossberg 11, QLB (DFWZ QLB)
Abb. 1 Historische Toreinfahrt, 19. Jahrhundert (Museum Schloss Stolberg)
Abb. 2 Historische Treppe, 1917 (BLDAM, Bildarchiv, Neg.-.: 25dI7/2341.4)
Abb. 3 Ausgebaute Baluster der barocken Treppenanlage (Foto Preiss)
Abb.4 Barockes Freskogemälde, Das Leben (DFWZ QLB)
Abb. 5 Gemälde von Spitzmann, im Besitz der Familie Beneke
Abb. 6 Hühnerbrücke 4, historischer Plan von 1863 , Bauarchiv Stadt Halberstadt, A3618 und Bauphasenplan (Aufmaß Büro aring)
Abb. 1, 2 Steinmetzzeichen an einem Sandsteingewände der Renaissance, Südfassade Schloss Stolberg (DFWZ QLB)
Abb. 3 Der Stuck im Treppenhaus, Schloss Stolberg, DSD/M.L. Preiss, 2003
Abb. 4 Das Gefüge der barocken Fachwerkwände (DFWZ QLB)
Abb. 5 Bauphasenplan der Hühnerbrücke 4 (DFWZ QLB), Aufmaß Büro aring, Halberstadt
Abb. 7, 8 Schnitt und Grundrissplan (DFWZ QLB)
Abb. 6 Das ausgebaute Gefach mit der Risszeichnung, (DFWZ QLB)
Abb. 9 Das nachträglich eingefügte Gewölbe im Erdgeschoss (DFWZ QLB)
Abb. 10 Fachwerkwand des 18. Jahrhunderts mit freigelegter Türöffnung (DFWZ QLB)
Abb. 11 Schnitt durch Jakobikirchhof 2, blau gekennzeichnet er mittelalterliche Giebel (DFWZ QLB)
Abb. 12 Freigelegtes Wandpaneel aus dem 17. Jahrhundert (DFWZ QLB)
Abb. 13 Freigelegte mittelalterliche Türöffnung (DFWZ QLB)
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